Dart in Europa
„Wir sind das Gegenprogramm zur Formel 1“

Der Mix aus Sport und Party begeistert die Fans bei der Dart-WM. Der Präsident des europäischen Profi-Dart-Verbandes erklärt die Faszination der Sportart, ihre Wachstumsmöglichkeiten und zurückhaltende Sponsoren.

Die Langenbahn von Moltke GmbH aus München betreibt die PDC Europe. Sie besitzt die Lizenz des Dartprofi-Weltverbandes Professional Darts zur Organisation und Durchführung der Dartsevents in Kontinental-Europa. Werner von Moltke und sein Team organisieren Turniere in Deutschland, den Niederlanden, in Belgien und Österreich sowie auf Gibraltar. Im Interview spricht er über die Vermarktung der Sportart und zurückhaltende Sponsoren.

Herr von Moltke, die einen kritisieren Dart als Kneipensport, für andere ist es eine anerkannte Sportart wie Fußball oder Handball. Wie mühsam ist es für Sie, Dart immer wieder zu verteidigen?
Es geht, weil ich es mir abgewöhnt habe. Denn es ist eine müßige Diskussion. Wenn jemand ein Problem mit Dart hat, dann werde ich ihm das auch nicht ausreden können. Der Ursprung unserer Sportart liegt in der Kneipe, klar. Aber auch andere kommen daher, beispielsweise Snooker oder Billard, die mittlerweile auch Profi-Weltmeisterschaften austragen. Beim Dart geht es um ein ganz besonderes Können. Einen guten Spieler zeichnen die Präzision und die Konzentration aus und verdient für mich höchste Anerkennung, genauso wie ein Akrobat. Wenn jemand diese Einstellung nicht teilt, kann ich darüber hinwegsehen.

Sie kommen ursprünglich aus der Medienbranche, haben beim DSF gearbeitet, saßen unter anderem in der Geschäftsführung der Kirch-Gruppe und waren Verlagsleiter der Zeitschrift Bravo. Wie wird man Präsident eines großen europäischen Dart-Verbandes?
2005 war ich im Skiurlaub und bin abends beim Zappen beim Dart hängen geblieben. Das war schnell, da war Spannung drin, es ging hoch und runter – wie 90 Minuten Elfmeterschießen beim Fußball. Da dachte ich, da muss ich mich mal mit beschäftigen. Ich habe mich mal beim DSF danach erkundigt und dachte mir: Diesen Phil Taylor hole ich nach Deutschland. Ich wusste aber nicht, wie das läuft. Wie die Regeln sind oder wer was und wie viel zahlt. Ich habe mich dann mit Taylor 2006 im Rahmen einer Stefan Raab-Sendung in Köln getroffen und er war sofort begeistert von unseren Ideen. Wir haben ein erstes Event, das „Meet the Power“, organisiert – mit großem Erfolg. Das war die Geburtsstunde. Phil Taylor hat die Gegeneinladung nach England ausgesprochen, so entstand der Kontakt zur PDC.

Welche Möglichkeiten haben sich in Großbritannien ergeben?
Ich habe dort Barry Hearn getroffen, den Präsidenten der PDC, und wollte wissen, ob er bereits einen Turnierveranstalter für Deutschland habe. Ich habe gesagt, dass ich zwar keine Ahnung von all dem habe, aber es versuchen könne. Daraus entstanden die ersten Turniere in Deutschland, erst als German Darts Corporation und ab 2008 als PDC Europe. Zugegeben, anfangs haben wir viele Fehler gemacht haben und Geld an den falschen Stellen versenkt. Aber rückblickend hat sich all das gelohnt. Wir wachsen und das Ende ist noch nicht erreicht.

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