Das erste deutsche America’s-Cup-Team überrascht beim vierten Vorrennen mit drei Siegen
Jungfernfahrt nach 154 Jahren

Es ist nicht leicht das deutsche America´s Cup-Team zu finden - hinter den riesigen Baustellen im Hafen der spanischen Stadt. Zwischen Containern und Zelten hat sich das "United Internet Team Germany", das mit über 25 Millionen Euro von Deutschlands größtem Internetprovider und dessen Eigner Ralf Dommermuth finanziert wird, provisorisch eingerichtet.

VALENCIA. Im Schein der Abendsonne herrscht hektische Betriebsamkeit.Taue werden zusammen gepackt, das Essen vorbereitet. Dem klinisch-genauen Ablauf etwa wie bei "BMW Oracle" setzen die Deutschen ein Jeder-Muss-Anpacken entgegen.

Man darf es als eine Sensation bezeichnen, dass es der ersten deutschen Cup-Kampagne in über 150 Jahren so schnell gelungen ist, ein Schiff zu finden, es innerhalb von sechs Tagen nach den neuen Regeln umzubauen und es mit einem Team zu bestücken, das die hochsensible Yacht auch fahren kann. "Wir sind mit dem Schlauchboot raus gefahren", erzählt Tim Kröger, Segler bei den Südafrikanern von "Shosholoza", "und haben applaudiert, als das Boot erstmals auslief." Kröger ist ein Realist, aber am sentimentalen Unterton in seiner Stimme, merkt man, dass ihm die Jungfernfahrt ans Herzen gegangen ist.

Und was wird der Hamburger wohl gedacht haben, als ihn die Deutschen mit ihrem dänischen Skipper Jesper Bank im Act 4 auch noch besiegten? Schließlich hatten die Südafrikaner einen Trainingsvorsprung von sechs Monaten und waren Favorit im Aufeinandertreffen der Teams mit den eher kleinen Etats von über 40 Millionen Euro. Die Internetseite der Deutschen sprach nach den drei Siegen in elf Rennen von einem "Märchen".

Die Leistung der Deutschen war überraschend. Niemand hätte das erwarten können. "Für uns geht es bei diesem Auftritt in erster Linie darum, heil über den Parcours zu kommen und einige Achtungserfolge zu erringen." Das hatte der Sportmanager der Deutschen, Andreas John, noch vor dem Rennen gesagt. Ursprünglich wollte das Team die erste Regatta noch nicht segeln. "Aber jede Erfahrung, die wir machen, ist wichtig", hatte der zweimalige Olympia-Sieger Bank beschlossen. Erfahrung und deren effektiver Einsatz entscheiden darüber, ob ein Team erfolgreich ist.

Bank, der sich völlig überrascht von den Siegen zeigte - schließlich war man noch mit den alten, kleineren Segeln ins Rennen gegangen -, hat bei der Zusammenstellung des Teams ein gutes Händchen bewiesen. 13 der 22 Mitglieder sind Deutsche - alle ohne Cup-Erfahrung, aber darunter gute Segler wie Gunnar Bahr oder Markus Wieser. Den Kern aber bildet Bank zusammen mit seinen Landsleuten Thomas Jacobsen und Henrik Blakskjær. Das Trio war bereits bei den Olympischen Spielen in Sydney erfolgreich und ist ein gutes Fundament, das durch erfahrene Profis wie Conan Hunt (Neuseeland) oder Mike Mottl (Australien) gefestigt wird.

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