„Das ist alles nur ein Traum“
Das Rodelmärchen von Cesana

Die Deutsche Sylke Otto ist nun die erfolgreichste Rennrodlerin der Welt. Doch so richtig fassen kann ihren zweiten Erfolg bei Olympia noch gar nicht.

CESANA. Es war Anfang Januar, als ihre Schwiegermutter in spe aus dem Jahreshoroskop in die Hand vorlas. Der 14. Februar, der Valentinstag, sei in diesem Jahr ihr Glückstag, stand da geschrieben. Glück in der Liebe? Wenn Rodeln die heimliche Liebe von Sylke Otto ist, dann sollte sie sich künftig öfter die Sterne deuten lassen. Gestern war der 14. Februar, und Otto gewann die Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Turin.

Was für ein Triumph. Die Zuschauer im Ziel ahnten es schon: "Jetzt geht's los", skandierten sie, als nur noch die drei deutschen Rodlerinnen am Start waren. Tatjana Hüfner ging in die Bahn: Bestzeit. Die Goldmedaille für Deutschland war sicher. Silke Kraushaar startete: Bestzeit, Silber sicher. Nun saß nur noch Sylke Otto oben und konzentrierte sich auf ihr Rennen. Die Zuschauer sangen "Einer geht noch, einer geht noch rein."

Und er ging rein, aber knapp: Der für Rodler komfortable Vorsprung von drei Zehntelsekunden schmolz bis ins Ziel auf acht Hundertstel zusammen. Otto riss schon im Liegen die Arme hoch und jubelte wild. "Ich wusste, dass es gereicht hat", sagte sie anschließend. Und: "Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, das ist alles nur ein Traum. Wahnsinn."

Es ist ein Rodel-Märchen. Der zweite Olympiasieg in Folge und zum zweiten Mal holten die deutschen Fahrerinnen bei den Winterspielen alle drei Medaillen. Sylke Otto ist nun die erfolgreichste Rodlerin der Welt. Die 36-Jährige hat auch sechs Weltmeistertitel (Einzel und Team) und vier Weltcup-Gesamtsiege auf dem Konto; Silke Kraushaar steht ihr mit einem Olympiasieg (1998 in Nagano), drei Weltmeistertiteln und vier Gesamtweltcup- Erfolgen kaum nach.

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