Das leidige Thema mit den Finanzen: In Turin gehts drunter und drüber

Das leidige Thema mit den Finanzen
In Turin gehts drunter und drüber

In Bologna und Modena blockierten aufgebrachte Demonstranten zeitweise den Weg des olympischen Fackelträgers, in Turin durchsuchte die Finanzpolizei Büros des olympischen Organisationskomitee Toroc, und zu alledem hatte sich der Streit um die Doping-Kontrollen weiter verschärft.

HB ROM. Als neueste Schätzungen gehen italienische Medienberichte von einem Defizit in Höhe von 41 Millionen Euro aus. Schuld daran sei nicht zuletzt die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, die praktisch "fünf vor zwölf" eben mal 64 Millionen Euro Fördergelder gestrichen hat. Für das Finanzloch sollen die Kommune und die Region aufkommen, auch das Lotto wird verstärkt angezapft - doch erst vergangene Woche wurde die Unterzeichnung des Etats verschoben.

Sollte es auch diesen Montag nicht klappen, sieht es düster aus. Zwar sind dann nicht die Spiele in Gefahr, es werden keine Wettkämpfe abgesagt und die rund 2 500 Sportler könnten weiterhin hoffnungsfroh nach Turin reisen. Doch sollte es keine Einigung geben, müsste Rom einen Staatskommissar einsetzen. "Eine Katastrophe" fürs Image, warnt Turins Bürgermeister Sergio Chiamparino.

Hinzu kommt erneuter Verdacht finanzieller Unregelmäßigkeiten bei der Planung. Wieder einmal wurde die Finanzpolizei im Toroc-Gebäude in Turin vorstellig. Wie in den Jahren 2004 und 2005 sind die Beamten auf der Suche nach Dokumenten. Wie die Sportzeitung "La Gazzetta dello Sport" am Sonntag schreibt, geht es wieder um Ermittlungen gegen Unbekannt im Zusammenhang mit Beraterverträgen in der Frühphase der Planungen - gut fürs Image ist das sicher auch nicht.

Vertrackt ist auch die Dauerfehde um die Doping-Kontrollen. Gesundheitsminister Francesco Storace gibt sich kompromisslos: "Wir haben im Jahr 2000 ein Gesetz verabschiedet, das mit aller Klarheit besagt, dass Doping in Italien verboten ist". Das Besondere am italienischen Anti-Doping-Gesetz: Bei Verstößen müssen Staatsanwalt und Polizei aktiv werden. Doch uniformierte Doping-Fahnder im Olympischen Dorf oder gar Sportler hinter Gittern - für das Image des Sports wäre das geradezu ein Albtraum.

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