sonstige Sportarten
Das Münchner Olympiastadion lebt weiter

Der Fußball geht, aber das Olympiastadion bleibt. Auch ohne die Münchner Profi-Clubs FC Bayern und TSV 1 860 soll der Olympiapark eine Attraktion für Touristen, Liebhaber einmaliger Architektur und die Münchner Bevölkerung bleiben.

dpa MÜNCHEN. Der Fußball geht, aber das Olympiastadion bleibt. Auch ohne die Münchner Profi-Clubs FC Bayern und TSV 1 860 soll der Olympiapark eine Attraktion für Touristen, Liebhaber einmaliger Architektur und die Münchner Bevölkerung bleiben.

"Eine wichtige Ära geht zu Ende, aber deshalb werden hier nicht die Rollläden runtergehen", sagt Wilfrid Spronk, Geschäftsführer der Olympiapark-Gmbh, dem vor einer Zukunft ohne Fußball nicht bange ist: "Der Münchner Park lebt, und er wird auch weiter leben." Papst Johannes Paul II. zelebrierte hier eine Messe, die Rolling Stones und Michael Jackson rockten über die Open-Air-Bühne, aber nichts hat das Olympiastadion seit den Sommerspielen 1972 so berühmt gemacht wie "König" Fußball. Am 14. Mai rollt zum allerletzten Mal das runde Leder über den grünen Rasen. Mit dem bayerischen Derby zwischen Rekordmeister FC Bayern und dem 1. FC Nürnberg verabschiedet sich der Fußball nach 1 120 Spielen mit fast 40 Mill. Zuschauern.

Mit Wehmut denkt Torwart-Legende Sepp Maier an die glorreiche Vergangenheit im Olympiastadion zurück. An das erste Spiel mit den Bayern, als sie am 28. Juni 1972 mit dem 5:1 gegen Schalke 04 am letzten Bundesligaspieltag Meister wurden. An den 7. Juli 1974, als Gerd Müller beim 2:1-Endspielsieg gegen die Niederlande Deutschland zum Weltmeister machte. Doch Maier weint dem "alten Kasten" keine Träne nach: "Es ist halt ein reines Leichtathletikstadion. Wenn Du oben etwas sehen möchtest, brauchst Du ein Fernglas."

Mit der von vielen ungeliebten Betonschüssel, in der 80 000 Menschen am 26. August 1972 die Eröffnung der Olympischen Spiele feierten, als Herzstück soll das weitläufige Terrain seine Bedeutung als das weltweit am erfolgreichsten genutzte Olympia-Gelände mit jährlich fünf Mill. Besuchern behalten. "Die Herausforderung ist womöglich noch größer als nach Olympia 1972", meint Spronk, "denn der Fußball ist nicht ersetzbar." An Einnahmen aus dem Fußball fehlen erst einmal 1,7 Mill. Euro, aber Spronk geht bei rund 300 Veranstaltungen pro Jahr davon aus, dass innerhalb von drei Jahren "gut 50 Prozent von dem eingespielt wird, was durch den Fußball verloren geht".

Superlative sollen die Zuschauern weiter in Scharen in den Olympiapark locken. Bereits vier Tage nach dem Fußball-Finale sind im Stadion auf der größten mobilen Leinwand der Welt Kino-Hits zu sehen, mit der größten Weinprobe der Welt folgt eine Weltpremiere, und im Juni kommt mit "Turandot" die bisher größte Operninszenierung. Für September ist das große chinesische Mondfest geplant, im kommenden Jahr öffnet das Meerwasser-Aquarium "Sealife" seine Pforten, im Frühjahr 2006 soll in der Stadion-Nordkurve unterm Zeltdach eine Kletter-Erlebniswelt installiert werden, und womöglich wird sich in der Zeltstadt demnächst ein Musical-Theater einrichten.

Der Park schreibt im reinen Veranstaltungsbetrieb schwarze Zahlen, doch durch den Unterhalt und Parkpflege ergibt sich ein Defizit für die Gmbh, die eine 100-prozentige Tochter der Stadt ist. Für rund 50 Mill. Euro soll die Anlage bis 2010 umgebaut und saniert werden. Vorher kehrt aber der Fußball noch einmal zurück. Im Juni kommenden Jahres, wenn in der Allianz-Arena der WM-Ball rollt, wird der 850 000 Quadratmeter große Olympiapark zum Zentrum der Münchner WM-Fete. "Vier Wochen Party" lautet das Motto der Organisatoren. Die Stadt lässt sich ihr WM-Begleitprogramm 2,4 Mill. Euro kosten. Allein 20 000 Zuschauer können vom späten Vormittag bis nachts um 1.00 Uhr die WM-Spiele live auf einer Großbildleinwand verfolgen.

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