Davis-Cup-Playoffs
Auf Düsseldorfer Sand gebaut

Die deutsche Davis-Cup-Mannschaft spielt ab dem heutigen Freitag im Davis Cup gegen Thailand. Für Deutschland gilt es den Abstieg aus der Weltgruppe der besten Nationenteams zu verhindern. Tommy Haas und die rote Asche sollen es richten.

DÜSSELDORF. Hin und wieder ist die Politik auch dem Sport als Vorbild dienlich. Geht es um interne Konfliktbewältigung, so ist man gut beraten, bloß nicht in voreilige Hektik zu verfallen. Nicht aufregen, sondern aussitzen lautet die Devise und so manche Streitigkeit löst sich nach einigen Wochen wie von selbst in Wohlgefallen auf. Dieses Prinzip fruchtete wohl auch beim deutschen Davis-Cup-Team vor der Relegation gegen Thailand im Düsseldorfer Rochusclub.

Noch im Mai, als es um die Frage ging, auf welchem Belag die Partie ausgetragen werden soll, machte sich Unmut bei einigen Spielern breit. Teamchef Patrik Kühnen beharrte auf der roten Asche, nicht gerade dem Lieblingsbelag der deutschen Top-Akteure. Kühnens Begründung, Sand läge den Thailändern dagegen überhaupt nicht, weckte schlimme Erinnerungen an das Relegationsspiel 2003 in Sundern. Auch dort wollte man den Gegner durch die Platzwahl schwächen, landete damit aber ein klassisches Eigentor. Das DTB-Team unterlag Weißrussland und stieg aus der Weltgruppe der 16 besten Nationen ab.

„Ich stehe hundertprozentig dahinter, dass wir gegen Thailand auf Sand spielen müssen. Man kann die einzelnen Partien ohnehin nicht vergleichen. In Bratislava und Halle haben wir auf Hartplatz gespielt und verloren“, verteidigt Kühnen seine Wahl.

Für Tommy Haas kann die Entscheidung für Sand noch einen bitteren Beigeschmack bekommen. Die deutsche Nummer eins hat als 13. der Rangliste noch Chancen auf die Teilnahme am Masters Cup in Shanghai, benötigt dazu aber jeden Punkt, denn nur die besten acht Spieler der Welt qualifizieren sich. Aber das einzige Hartplatzturnier, bei dem Haas in der Vorwoche zum Davis Cup hätte spielen können, fand in Bejing statt. Reisen nach Übersee hat der Teamchef seinen Spielern für diese Zeit jedoch von jeher untersagt. Haas fügte sich und wird auch nach der Relegationspartie nicht nach Asien reisen. Drei punktelose Wochen also, die sich am Ende rächen könnten.

Doch momentan sind Ruhe und Harmonie im deutschen Team eingekehrt. Der Grund liegt auf der Hand: Den erneuten Abstieg in die Zweitklassigkeit gilt es zu verhindern und dafür demonstrieren sie Geschlossenheit. Kühnen zog die Mannschaft bereits am Samstag in München zu einer gemeinsamen Mountainbike-Tour und dem Besuch des Oktoberfestes zusammen, seit Montag wird im Rochusclub trainiert. Und der ist traditionell ein gutes Pflaster: In den vergangenen beiden Jahren wurden die Spieler dort Welt- und Vizeweltmeister bei der Mannschafts-WM.

Im Davis Cup bekommt die Berg- und Talfahrt dagegen langsam eine unschöne Tradition. Zum vierten Mal muss das DTB-Team in die Relegation, anstatt mit den großen Nationen um den Titel zu kämpfen. Den holte man zuletzt 1993, passenderweise auch in Düsseldorf.

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