Wie ist der Stand der Vorbereitung für die WM?
Wir sind bereit. Bei den Ticketnachfragen sind wir im Plan, vielleicht sogar ein bisschen drüber, aber wir hoffen natürlich auf mehr. Auch die Hospitality Tickets gehen sehr gut.
Befürchten Sie einen Imageschaden, falls das deutsche Team schlecht abschneidet?
Die Gefahr besteht. Der große Wurf im deutschen Eishockey muss in diesem Jahr unabhängig vom Abschneiden der Nationalmannschaft bei der WM gelingen. Wir haben ein Strukturproblem, das wir lösen müssen. Ich glaube aber, dass die Nationalmannschaft mit den Fans im Rücken gut abschneiden wird.
Wie können sie das Strukturproblem lösen?
Wir brauchen eine Gemeinsamkeit innerhalb unserer vier Säulen aus DEB, der Liga DEL, der ESBG, die die beiden Ligen darunter vertritt, und den Landesverbänden. Unsere dezentrale Führung lässt keine Fortschritte zu. Da brauchen wir schnell den großen Wurf. Ich werde im Juli dazu ein Konzept vorstellen. Wir müssen diese vier Säulen überdenken. Nur so können wir das Deutsche Eishockey voranbringen.
Leidet die Attraktivität einer Eishockey-WM darunter, dass sie jedes Jahr stattfindet?
Eishockey ist die einzige Sportart, die jedes Jahr zum Saisonabschluss eine WM ausrichtet. Das haben die Fans verinnerlicht. Die Zuschauerzahlen und die Umsätze geben dem Internationalen Eishockeyverband IIHF Recht.
Hätten Sie die WM noch stärker auf andere Zielgruppen zuschneiden können?
Das ist uns doch gelungen. Man sieht es daran, dass wir mit dem Eröffnungsspiel auf Schalke ein ausverkauftes Haus haben.
Verpassen Sie mit der Übertragung durch den Spartensender Sport1 die Chance, ein breiteres Publikum zu gewinnen?
Ja, aber das liegt nicht in unserer Macht. Unser Vermarkter Infront hat mit den Öffentlich-Rechtlichen verhandelt. Wir sind jetzt froh, dass wir bei Sport1 sind. Wir rechnen weltweit kumuliert mit 700 Mio. Zuschauern. Das zeugt vom hohen Stellenwert der WM weltweit - vielleicht nicht so sehr hierzulande, aber weltweit.