DEB-Sportdirektor Franz Reindl im Interview
„Wir werden den Kampf annehmen“

Für DEB-Sportdirektor Franz Reindl gibt es vor Beginn der 71. Eishockey-WM nur ein Ziel: den Klassenerhalt. Wie groß er die Chancen einschätzt, diese Vorgabe zu erreichen, was ein Abstieg für Folgen für das deutsche Eishockey auch mit Hinblick auf die WM 2010 im eigenen Land hätte und warum er den Streit zwischen Bundestrainer Krupp und der DEL für aufgebauscht hält.

Handelsblatt: Am Freitag beginnt die 71. Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren in Russland! Das DEB-Team hat Quartier in Moskau bezogen. Wie sind ihre Eindrücke von der Stadt und den Spielstätten?

Franz Reindl: Es ist eine gigantische Großstadt mit viel Trubel und Stress, enormem Verkehr und vielen Staus. Die Spielstätten sind First Class, die Möglichkeiten für den Sport sind daher erstklassig.

Das deutsche Team spielt sein Auftaktmatch gegen Kanada. Wie groß ist die Vorfreude auf das Spiel?

Wir hatten eine lange Vorbereitungszeit, die Spieler mussten einen harten Weg gehen. Da freut man sich natürlich, dass es endlich gegen Kanada losgeht. Gegen die Nordamerikaner ist es natürlich immer ein besonderes Spiel, fast schon ein Derby - da freut man sich drauf! Auch wenn die Kanadier mit einer Top-Mannschaft antreten und uns vom Papier her in allen Belangen überlegen sind, werden wir den Kampf annehmen.

Kommt der starke Gegner zum Auftakt gerade recht oder würde das Team lieber gegen einen vermeintlich leichteren Gegner spielen?

Das kann man so oder so sehen. Wünsche kann man natürlich nicht äußern. Ich denke, das ist für uns so o.k. Wir haben nicht gleich das entscheidende Spiel am ersten Spieltag und somit sind wir mit der Auslosung ganz zufrieden.

Weitere Gruppengegner sind die Slowakei und Norwegen. Wie gut stehen die Chancen, gegen diese Mannschaften zu bestehen?

Die Slowaken werden eine Top-Mannschaft aufstellen, die mit zahlreichen NHL-Stars bestückt ist. Deswegen wird die zweite Partie für uns sicherlich kein Zuckerschlecken. Aber oft ist es so, dass die großen Gegner die vermeintlich Kleinen unterschätzen und darauf spekulieren wir.

Welche Ziele verfolgt das junge Team um Bundestrainer Uwe Krupp bei der WM - kann man die Skeptiker positiv überraschen?

Es ist viel Unruhe zurzeit im deutschen Eishockey. Da ist es doch klar, dass die Mannschaft beweisen will, dass sie die Klasse hat, bei der A-Weltmeisterschaft mitzuspielen. Wir haben das Potenzial den Klassenerhalt zu schaffen, was für einen Aufsteiger auch das oberste Ziel sein sollte.

Nach einem Jahr Abstinenz aus der Eliteklasse spielt man wieder erstklassig. Wie wichtig ist das für das deutsche Eishockey?

Es ist enorm wichtig, dass wir im Konzert der Großen bleiben. Unsere Gruppe ist nicht leicht, wir haben aber die Möglichkeit es zu schaffen. Für das deutsche Eishockey ist es natürlich wegweisend, allein schon wegen der WM im eigenen Land. Wir wollen das Turnier in Moskau nutzen, um mit guten Leistungen Appetit auf die WM 2010 in Deutschland zu machen.

Seite 1:

„Wir werden den Kampf annehmen“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%