DEB-Team tritt aus Schatten
Krupps Kufencracks verblüffen alle Skeptiker

Während die Spieler nach dem sensationellen 2:0 über Vizeweltmeister Tschechien auf der Fahrt zurück ins Quartier ausgelassen feierten, konnten die Verantwortlichen den Coup ihrer Mannschaft kaum fassen.

HB MOSKAU. Freudengesänge im Mannschaftsbus, ungläubiges Staunen der eigenen Führung: Der größte Sieg seit mehr als einem Jahrzehnt hat Deutschlands Eishockey-Team aus dem Schatten urplötzlich ins Rampenlicht der Weltmeisterschaft katapultiert.

"Das ist so überraschend, das kann man gar nicht nachvollziehen. Es ist nur ein Spiel, aber es tut so gut, wenn man so viel eingesteckt hat", sagte DEB-Sportdirektor Franz Reindl und forderte sofort. "Wir müssen jetzt dran bleiben." Bundestrainer Uwe Krupp lächelte wie selten und schüttelte immer wieder den Kopf. Nur einen Tag nach dem 5:3 über Norwegen und dem damit verbundenen Klassenverbleib hatten seine Schützlinge ihn erneut total überrascht: "Vielleicht unterschätzen wir alle den Kampfgeist und Willen dieser Mannschaft, das deutsche Eishockey zu repräsentieren."

Riesenlob kam vom unterlegenen Gegner. "Die Deutschen haben schon gegen Kanada gut gespielt, und wir haben sie deswegen nicht unterschätzt. Aber wir fanden einfach kein Mittel", sagte der tschechische Nationaltrainer Alois Hadamczik am Freitag.

Krupps Helden wollen jetzt mehr. "Der Erfolg setzt Kräfte frei. Wir sind eine junge Mannschaft, wir können noch zulegen. Die Glücksgefühle überlagern die Wehwehchen", sagte Torschütze Michael Hackert. Nach dem ersten WM-Triumph über den Ex-Weltmeister seit 21 Jahren hat die mit 17 Debütanten besetzte WM-Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) sogar die Chance, erstmals seit 2003 wieder die Viertelfinal-Bühne zu betreten.

In den Zwischenrundenspielen an diesem Samstag (14.15 Uhr/ZDF) gegen die USA und am Montag (14.15 Uhr/ARD) gegen Weißrussland kann der riesige Schritt vom Aufsteiger unter die besten Acht der Welt noch vollzogen werden. Deshalb wurde nach der Ankunft im Betonklotz des Hotel Cosmos kaum noch gefeiert. Krupp rief seine Schützlinge noch nach dem nächtlichen Essen zu einer Besprechung zusammen, schickte sie am Freitag aber nach einer halben Stunde wieder vom Eis der Trainingshalle in Mytischtschi. Am Abend stand die Videoanalyse der Amerikaner auf dem Programm. "Unser Turnier ist noch nicht zu Ende", sagte Krupp.

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