DEB weicht Personaldebatte aus
Der Urlaub geht vor

Nach dem Scheitern der Deutschen bei der Eishockey-WM sieht der Verband keinen Grund, sich sofort mit der Personalie Poss zu befassen. Das sei Sache der sportlichen Abteilung, und DEB-Sportdirektor Franz Reindl macht erst einmal Urlaub.

INNSBRUCK. Schon am Mittwochmorgen um 9 Uhr machte Hans-Ulrich Esken, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) einen sehr geschafften Eindruck. Nachdem die deutsche Mannschaft am Dienstag bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck ihr letztes Spiel in der Abstiegsrunde 2:3 gegen Dänemark verloren hatte, gab es beim DEB viel zu besprechen. Die Zukunft von Bundestrainer Greg Poss? "Nein, das ist kein Thema", sagte Esken. "Wir bereiten uns auf den Kongress des Internationalen Verbandes vor. Freitag wird die WM 2010 vergeben, und da bewerben wir uns."

Und wenn die Bewerbung geschafft sei, gehe DEB-Sportdirektor Franz Reindl in den wohlverdienten Urlaub. Obwohl es da vielleicht noch ein kleines Problem zu erörtern gilt? "Die Analyse der WM übernimmt die sportliche Abteilung, dafür ist Herr Reindl zuständig", sagt Esken. "Und der ist ja dann erst einmal ..." Im Urlaub? "Richtig." Vor Reiseantritt hat Reindl noch gesagt, dass "der Posten von Greg Poss nicht zur Diskussion steht". Immerhin sagt Esken: "Wir dürfen da auch nichts schönreden. Wir haben alle Ziele bei der WM nicht erreicht."

Auch Greg Poss hat sich schon in den Urlaub verabschiedet. Im November fand in Hamburg das erste Spiel unter seiner Regie als Bundestrainer statt. Damals freuten sich die Zuschauer über eine mutig offensiv spielende deutsche Mannschaft - auch wenn sie 1:5 gegen die USA verlor. Schließlich beruhigte Poss nach dem Spiel: "Ich habe gesehen, dass das neue Spielsystem funktionieren wird. Ich muss nur noch ein paar Umstellungen machen."

Poss experimentierte in den folgenden Monaten weiter, mit einem Team, das unter Vorgänger Hans Zach fünf Jahre lang vor allem verteidigt hat, mit dieser Taktik aber drei Mal das WM-Viertelfinale erreichte. "In der Vorbereitung auf die WM hat das neue System gut geklappt", sagt Poss nun. Bei der WM nicht. "Bei einer WM darfst du das System nicht zu kompliziert machen für die Spieler", sagt der ehemalige Nationalspieler Andreas Brockmann. Mit einer Vereinsmannschaft ließen sich Spielzüge in vielen Trainingseinheiten langfristig einstudieren. In der Nationalmannschaft gehe das nicht.

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