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DEL-Klubs mit neuem Rekordetat, Streit um Abstieg

Während die Klubs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) mit einem neuen Rekordetat wirtschaftlich weiter auf dem Vormarsch sind, ist ein Streit um die geplante "Nicht-Abstiegsregelung" entbrannt.

Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) investiert in die Zukunft: Zum zweiten Mal in Folge erhöhten die 14 Klubs vor der zwölften Saison ihre Etats: von 65,7 auf 69,2 Mill. Euro. Im Schnitt lässt sich jeder Erstligist die Spielzeit 4,9 Mill. Euro kosten - Rekord in der DEL-Geschichte.

Damit das Risiko für die Investoren künftig geringer wird, soll die Profiliga ab der Saison 2006/07 zur geschlossenen Gesellschaft werden - Abstieg ausgeschlossen. "Planungssicherheit" für die Klubs nennt das DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Doch nicht nur die Fans, auch viele Fachleute laufen Sturm gegen die geplante Abschaffung des Auf- und Abstiegs.

"Es geht um Sport und nicht um Kasperletheater"

"Es geht um Sport und nicht um Kasperletheater. Der FC Bayern muss aus der Fußball-Bundesliga auch absteigen, wenn er es nicht schafft", sagt Ex-Bundestrainer Hans Zach und fordert die Beibehaltung der Abstiegsregelung, die in der am Wochenende beginnenden Saison letztmals greift: "Der Pokal hat zuletzt gezeigt, dass die Zweitligisten nicht so weit weg von der DEL sind. Sonst wären nicht vier Erstligisten ausgeschieden."

Tripcke hält dagegen, dass es schon in den vergangenen Jahren praktisch keine sportlichen Absteiger gegeben habe. Ausgeschieden seien die Klubs vielmehr aus wirtschaftlichen Gründen. In der vergangenen Saison waren die Kassel Huskies sportlich abgestiegen, blieben jedoch in der Liga, weil der EHC Wolfsburg entgegen seinen Ankündigungen keine DEL-taugliche Halle vorweisen konnte.

"Faktisch wird es nicht anders als bisher"

"Faktisch wird es nicht anders als bisher", sagt Tripcke: "Absteiger gab es nie. Jetzt werden sie abgeschafft, das ist eigentlich nur ehrlich." In den Verhandlungen mit den Zweitligisten im Herbst soll nun eine Lösung gefunden werden, die den Einstieg wirtschaftlich potenter Klubs möglich macht. "So könnten DEL-Klubs ersetzt werden, die wirtschaftlich die Voraussetzungen nicht mehr erfüllen, oder man könnte über eine Aufstockung nachdenken", erläutert Tripcke.

DEL-Seiteneinsteiger aus wirtschaftlichen Gründen, während die zweite Liga um die "goldene Ananas" spielt - eine Vorstellung, die auch Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), gar nicht gefällt. "Der sportliche Aufstieg muss bleiben, er ist unabdingbar. Sonst wird das alles zur Farce", sagt der Ex-Nationalspieler. Der DEB verhandelt mit der DEL in den kommenden Monaten über einen neuen Kooperationsvertrag, in Sachen Auf- und Abstieg will er zwischen der Eliteklasse und der selbstständigen zweiten Liga "als Moderator" tätig werden, der "den sportlichen Weg sucht".

Wirtschaftlich profitiert die DEL von der neuen Mannheimer Arena. Rekordmeister Adler Mannheim erhöhte dank der 100 Mill. Euro teuren und 13 600 Zuschauer fassenden Multifunktionshalle seinen Etat von 6,7 auf 8,0 Mill. Euro und löst damit die Hamburg Freezers (wie bisher 7,1) als Branchenkrösus ab. Im Sog der Kurpfälzer veranschlagten neun weitere Klubs höhere Budgets als in der Vorsaison.

© SID

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