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DEL-Trainer setzen auf Berliner Titelverteidigung

Auch wenn sich die Eisbären Berlin nach dem Abgang der NHL-Stars kaum verstärkt haben, glauben die meisten Trainer der DEL in einer sid-Umfrage an ihre Titelverteidigung. Hoch gehandelt werden auch die Kölner Haie.

Im Jahr eins nach dem Ende des Streiks in der NHL kann die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) kaum noch mit Stars aufwarten. Den Aderlass hat auch Titelverteidiger Eisbären Berlin zu spüren bekommen, der aber dennoch der Top-Favorit auf die Meisterschaft ist. "Sie werden sich sicherlich noch verstärken", sagt Stephane Richer, Trainer des Vizemeisters Adler Mannheim, und spricht damit für die meisten seiner Kollegen: Zehn Coaches zählen den Champion in einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) zu den heißen Titelkandidaten für die zwölfte DEL-Saison, die am Donnerstag (19.30 Uhr/live bei Premiere) mit dem Duell Mannheim gegen die DEG Metro Stars beginnt.

Nachwuchs ersetzt abgewanderte Stars

Olaf Kölzig, Nathan Dempsey und Erik Cole kehrten Berlin nach dem Titelgewinn den Rücken und gehen nach dem Ende des Arbeitskampfes wieder in der nordamerikanischen Profiliga NHL aufs Eis. Zudem verloren die Eisbären die Nationalspieler Oliver Jonas (zu den Kölner Haien) und Alexander Barta (Hamburg Freezers) sowie Topverteidiger Shawn Heins (Hannover Scorpions) an die DEL-Konkurrenz. Bislang ersetzen Nachwuchsspieler die abgewanderten Leistungsträger.

"Wir haben so viel Zeit und Geld in unser Jugendprojekt gesetzt. Da erwarten wir, dass jetzt auch was rauskommt", sagt Trainer Pierre Page, der wie in den vergangenen Jahren die Meisterschaft als Ziel vorgegeben hat. Namhafte Neuzugänge sind erst Ende September geplant. "Wir warten ab, bis die Trainingscamps in der NHL zu Ende sind", erklärt Manager Peter John Lee. Bedarf an Verstärkungen besteht vor allem im Tor, wo sich die beiden 19-Jährigen Youri Ziffzer und Daniar Dschunussow abwechseln, und in der Verteidigung.

Köln bei Coaches hoch im Kurs

Wie Berlin haben die meisten DEL-Klubs ihre Transferaktivitäten noch lange nicht abgeschlossen. Der Grund für die lange Wartezeit: Nach dem Ende des Arbeitskampfes in Nordamerika ist die NHL mehr denn je an günstigen Spielern interessiert, damit so die vereinbarten Gehaltsgrenzen eingehalten werden können. Ausgerechnet diese Klientel zog es in den vergangenen Jahren häufig in die DEL. "Die NHL hat alles durcheinander gebracht", klagt deshalb Lee.

Hartnäckigster Konkurrent für Meister Berlin werden nach Meinung der DEL-Trainer die Kölner Haie. "Sie haben eine sehr disziplinierte Mannschaft mit den stärksten Einzelkönnern", meint Bernhard Englbrecht, Coach der Kassel Huskies und einer von sieben Eishockeylehrern, die das Team von Ex-Bundestrainer Hans Zach auf dem Zettel haben. Die Nationalspieler Jonas, Lasse Kopitz (Nürnberg Ice Tigers) und Niki Mondt (ERC Ingolstadt) sowie Wolfsburgs Topscorer Ivan Ciernik als prominenteste Neue, die Leistungsträger gehalten - von den Namen her gehört Köln zu den stärksten Teams.

Zach bleibt vorsichtig

Trainer Zach, dessen Vertrag bei den Haien im kommenden Jahr ausläuft, hält sich indes mit einer Prognose zurück. "Die Liga ist ausgeglichen wie nie. Zwölf Mannschaften haben Play-off-Ambitionen, neun können realistisch Meister werden", sagt der Bad Tölzer und fügt aus leidvoller Erfahrung der vergangenen Jahre an: "Es kommt darauf an, wer in der entscheidenden Phase Glück hat und von Verletzungen verschont bleibt."

Zu den Titelaspiranten zählen die DEL-Trainer auch Rekordchampion Mannheim, die Frankfurt Lions (je fünf Nennungen), die Nürnberg Ice Tigers (2) und die DEG Metro Stars (1). Vizemeister Mannheim, der in seine neue, 100 Mill. Euro teure und 13 600 Zuschauer fassende Arena umzieht, hat nach dem Weggang von NHL-Profi Cristobal Huet wie Berlin noch keinen Stammtorhüter, der 20-jährige Patrick Ehelechner wird voraussichtlich beim Saisonstart zwischen den Pfosten stehen. Als neue Nummer eins ist der Ex-Nürnberger Frederic Chabot (37), zuletzt mit den Vienna Capitals österreichischer Meister, im Gespräch.

© SID

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