Den Traum vom Segeln hatte Alex Thomson schon immer
Aus der Fabrik aufs Meer

Der Engländer Alex Thomson ist der Shooting Star in der internationalen Skipper-Elite. Am liebsten ist der frühere Arbeiter alleine um die Welt unterwegs.

Mit 21 Jahren schuftete Alex Thomson aus Gosport in England nachts in einer Fabrik, die Plastikstrohhalme produziert. Eines Abends kam sein Boss zu ihm und lobte ihn als großartigen Arbeiter. Wenn er so weitermache, sei sein Aufstieg zum Abteilungsleiter für die Nachtschichten binnen zwei Jahren möglich. „Keine Chance, Mann“, schoss es Alex durch den Kopf. Er verließ die Fabrik noch am selben Abend und kehrte nie wieder zurück. Ein Dutzend Jahre später zählt Thomson zu den bekanntesten Skippern Europas. Er gehört jener Garde unerschrockener Einhandsegler an, die auf der Jagd nach Rekorden die Welt umsegeln. Hauptsponsor Hugo Boss ermöglichte das eigene Boot und hat die Verlängerung des Vertrages angekündigt.

Alex’ Aufstieg klingt märchenhaft, ist aber tatsächlich eine Geschichte von harter Arbeit, überdurchschnittlicher Zielstrebigkeit und einem unerschütterlichen Glauben an die eigenen Fähigkeiten. Dieser Glaube half Alex schon im Alter von fünf Jahren, als er auf Sperrholzskiern und darauf geklebten grellgrünen Turnschuhen Wasserskifahren lernte. Auf der Jagd nach Wind, Wellen und Geschwindigkeitsrausch stieg er später aufs Surfbrett um. Nach dem abrupten Aus in der Fabrik kam die Wende in Thomsons Leben 1995, als er bei Britannia Sailing in der Seglerstadt Southampton einen Aushilfsjob für 50 Pfund die Woche annahm. Er lebte auf Booten und machte sich nützlich. Auf der British Eagle absolvierte der englische Überflieger noch im gleichen Jahr sein erstes Hochsee-Rennen, nahm am berühmt-berüchtigten Fastnet Race teil.

Wie immer lernte er schnell. 1997 fuhr er sein erstes Fastnet Race als Skipper. Da träumte er schon davon, 1998 eine der zehn Skipper-Rollen im englischen Hochseeklassiker Clipper Round the World Race zu übernehmen. Ausgerechnet von dessen Organisator, der britischen Segellegende Sir Robin Knox- Johnston, wurde Thomson gebeten, ihn auf eine drei Monate lange Expedition nach Grönland zu begleiten. Thomson sagte zu. Unter der Bedingung, dass ihm Sir Robin anschließend helfen würde, den Skipper-Posten im Clipper Race zu ergattern. Gesagt, getan. Und prompt wurde aus dem hochtalentierten Segler mit 24 Jahren der jüngste Skipper, der je ein Rennen um die Welt gewonnen hat. 1999 segelte er erstmals einen Open 60, eines jener rasanten Geschosse, mit denen auch Großbritanniens Segelkönigin Ellen MacArthur ihre Einhand-Weltrekorde aufgestellt hat.

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