Der Erfolg der Langläufer hat einen Namen: Das Wunder in der Loipe

Der Erfolg der Langläufer hat einen Namen
Das Wunder in der Loipe

Wenn es um die Erfolge der deutschen Ski-Langläufer geht, fällt immer nur ein Name - Jochen Behle.

OBERSTDORF. Jochen Behle ist vor dem Langlaufweltcup am Wochenende in Oberstdorf untergetaucht, einfach von der Bildfläche verschwunden. Fast so wie damals, 1980, als ZDF-Reporter Bruno Moravetz beim olympischen 15-Kilometer-Rennen von Lake Placid verzweifelt nach ihm suchte. Wo ist Behle? "Jochen braucht ein bisschen Ruhe", entschuldigt DSV-Pressesprecher Stefan Schwarzbach den Macher des deutschen Ski-Langlaufwunders. "Wir brauchen einen fitten Jochen Behle - vor allem bei den Olympischen Spielen."

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Behle wird in Turin nicht in die Loipe zurückkehren. Er ist nur Trainer. Wobei er nach eigener Sicht der Dinge nicht einmal das ist. "Ich verstehe mich als Betreuer", hat der Sauerländer einmal gesagt. Für die Trainingsarbeit mit den Athleten sind andere zuständig. Behle fordert selbstständiges Denken und gibt nur die Richtung vor. Und die stimmt.

Forscht man nach den Gründen der Erfolge von Axel Teichmann (Weltcup-Gesamtsieger 2005), Rene Sommerfeldt (Weltcup-Gesamtsieger 2004) oder Tobias Angerer (Weltcup-Führender 2006) nach Jahren des Mittelmaßes der deutschen Skilangläufer, fällt immer nur ein Name: Behle. Der 45-Jährige habe verkrustete Strukturen aufgebrochen, ein neues Stützpunkt-System aufgebaut und es geschafft, aus Einzelkämpfern ein Team zu bilden - angefangen von den Athleten, über die Trainer, die Techniker bis hin zu den Funktionären. Seit Behle Cheftrainer ist, ziehen alle an einem Strang.

"Behle sichert alles ab. Jeder kennt seine Aufgaben. Wir Sportler können uns voll auf den Sport konzentrieren", sagt Angerer, vielleicht derjenige, der von Behles Arbeit am meisten profitiert hat. "Vor fünf Jahren konnte ich mich nicht einmal für die WM in Lahti qualifizieren, und jetzt bin ich Erster im Weltcup." Ohne Behle wäre der Tobi wohl vor ein paar Jahren aus dem Nationalteam geflogen, sagt Peter Schlickenrieder, Vizepräsident des deutschen Skiverbandes.

Behle, damals noch Weltcup-Koordinator bei den DSV-Langläufern, musterte Angerer nicht etwa aus, sondern ließ ihn im Continental-Cup, der zweiten Liga des Langlaufsports, starten. "Schau, dass du dich hier in Szene setzt", gab Behle seinem Sorgenkind mit in die Spur. Angerer befolgte den Rat und bekam am Ende der Saison seine Chance im Weltcup. Von da an ging es bergauf.

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