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Der europäische Basketball holt auf

Beim Final Four in Berlin präsentiert sich die Euroleague als finanzkräftige Konkurrenz zur amerikanischen NBA. Schon jetzt ziehen manche Top-Spieler die europäische Liga der NBA vor, auch weil die Top-Vereine bereits ähnliche Gehälter zahlen können. Doch die Abhängigkeit von Investoren ist besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten riskant.

BERLIN. Die heimischen Besucher waren in der Minderheit: Das Final Four der Euroleague, wie das Finalwochenende im Wettbewerb der 24 besten europäischen Vereinsmannschaften heißt, lockte an zwei Tagen 27 000 vornehmlich russische, griechische und spanische Fans in die Berliner Arena 02-World.

Das Spektakel, das nach 1989 und 1999 zum dritten Mal in Deutschland gastierte, war schon vor dem Anpfiff als das Beste aller Zeiten bezeichnet worden. Athen, Moskau, Barcelona und Piräus - vier Spitzenteams mit einem Etat von je zwischen 30 und 40 Mio. Euro versprachen Topniveau.

Sie hielten dieses Versprechen, und das nicht nur aus sportlicher, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht: "Für uns ist Berlin ein Entwicklungssprung", sagt Euroleague-Chef Jordi Bertomeu. "Zum ersten Mal erreichen wir mit dem Finale drei Milliarden Haushalte weltweit. Das ist in der Geschichte des europäischen Basketballs einmalig."

Rund 40 TV-Stationen übertrugen in 171 Ländern, wie Moskaus Ramunas Siskauskas in letzter Sekunde einen Dreipunktewurf vergab und so Olympiakos Piräus zum Triumph verhalf. Eine Dramaturgie, die wie geschaffen für die große Bühne war. Und dort möchte Bertomeu mit seiner Liga auch hin. "Wir wollen in Europa einen Wettbewerb schaffen, der unseren Spielern eine ernsthafte Alternative zur amerikanischen NBA bietet", sagt er.

Wie attraktiv die Euroleague für Zuschauer und Topspieler schon heute ist, konnte man in Berlin recht gut beobachten. Vassilis Spanoulis, der wertvollste Spieler des Finals, erklärte: "Ich spiele lieber in Europa. Das bringt mir mehr." In der NBA war der Grieche ohne großen Erfolg für die Houston Rockets am Ball. Zurück in der Heimat bestieg er den europäischen Thron.

Seinem Trainer, Zeljko Obradovic, ist das schon sieben Mal gelungen. Er ist der erfolgreichste Basketballlehrer Europas. Den Drang, nach Amerika zu gehen, verspürt er dennoch nicht: "Das ist eine andere Welt. Ich fühle mich wohl in Europa. Warum sollte ich das aufgeben?"

In Berlin dachten viele so. Die Zeit, in der europäische Basketballer der gemeinsame Traum vom gelobten NBA-Land einte, scheint vorbei zu sein. Auch weil griechische Milliardäre, wie die Gebrüder Angelopoulos, längst in der Lage sind, NBA-ähnliche Gehälter zu bezahlen. Die Besitzer von Olympiakos Piräus boten dem Amerikaner Josh Childress im vergangenen Sommer 20 Mio. Dollar für drei Jahre. Bei den Atlanta Hawks, wo der 25-Jährige bis dato unter Vertrag stand, hätte er für dieselbe Summe fünf Jahre lang spielen müssen.

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