Der gefragte Mann im T-Mobile Team
T-Mobile-Arzt Vogt im 24-Stunden-Einsatz

In der heißen Phase der Tour de France ist Stefan Vogt einer der gefragtesten Männer im T-Mobile Team. Rund um die Uhr steht der Mannschaftsarzt den Fahrern zur Verfügung.

Die heilenden Hände von Teamarzt Stefan Vogt machen ihn derzeit zum gefragtesten Mann im T-Mobile Team. Der Mannschaftsarzt steht den Fahrern bei der Frankreich-Rundfahrt rund um die Uhr zur Seite und hilft, wann immer einen ein Wehwehchen plagt.

"Besonders in der dritten Rundfahrt-Woche sind wir viel im Einsatz. Vor der Etappe gibt es Cremes und Gels, um die Sitzbeschwerden zu lindern, hinterher etwas gegen Krämpfe oder Magenprobleme, nachts ab und zu eine Schlaftablette", beschreibt der 32-Jährige den 24-Stunden-Service der medizinischen Abteilung zum Wohl der geschundenen Athleten.

Arbeit macht dem Schwaben "riesig Spaß"

Im fünften Jahr gehört der Schwabe dem Ärzte-Team des Bonner Rennstalls um Dr. Lothar Heinrich an, zum vierten Mal begleitet er die Magenta-Truppe bei der Frankreich-Schleife. "Riesig Spaß" mache ihm die Arbeit mit den Radsportlern, sagt der angehende Orthopäde, der in den kommenden Monaten seinen Facharzt machen will. "Wenn man selbst einmal Leistungssportler war und das Hobby mit dem Beruf verbinden kann, ist natürlich eine tolle Sache."

In den 90er Jahren gehörte Vogt zu den besten Zehnkämpfern in Deutschland, vor allem im Nachwuchs-Alter heimste der Leichtathlet zahlreiche Erfolge ein. Bei der Junioren-WM 1992 wurde der damals 18-Jährige Siebter, ein Jahr später gewann er in San Sebastian EM-Bronze. Bei den Männern war er Europacup-Teilnehmer und - mit einer Bestleistung von 7 453 Punkten - deutscher Mannschaftsmeister 1995 mit dem SSV Ulm.

Vom Zehnkampf zum Radsport

"Zu der Zeit entstand auch der Kontakt zu Lothar Heinrich, der uns Zehnkämpfer damals sportmedizinisch betreute", erzählt Vogt, der mit 24 Jahren die Spikes an den Nagel hängte und sich ganz dem Medizin-Studium widmete. Seit 2001 arbeitet er nun an der Uniklinik Freiburg, wo sich die Abteilung Sportmedizin schon seit über zehn Jahren um die Radprofis von Telekom kümmert.

Leistungsdiagnostik, Trainingsmethodik und Gesundheitschecks sowie die ärztliche Begleitung während der Rennen gehören zu den Aufgaben des sechsköpfigen Freiburger Teams, das das ganze Jahr über für die fast 30 Fahrer da ist. Vogt hat seit diesem Jahr noch ein zusätzliches Betätigungsfeld. Als Kolumnist erläutert er auf der Internet-Seite des Teams für Laien die medizinischen Aspekte, die beim Radsport eine Rolle spielen. "Die Idee kam uns im Winter, um einfach mal die ganze Komplexität des Leistungssports möglichst verständlich darzustellen."

Ernährung und Flüssigkeitszufuhr der Schlüssel

Wer weiß schon, dass die maximale Sauerstoffaufnahme eines Top-Athleten mit 90 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht doppelt so hoch ist wie bei "Otto-Normalverbraucher"? Oder dass ein Fahrer im Verlauf der Tour rund 100 000 Kalorien verbraucht? Deshalb sind Ernährung und Flüssigkeitszufuhr gerade auf den schweren Bergetappen ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg. "Wer da Fehler macht, hat schon verloren", sagt Vogt.

Selbst erfahrene Profis müssten im Rennen immer wieder ans Essen und Trinken erinnert werden. "Die vergessen das in der Hitze des Gefechts." Selbst wenn die Etappen in die Endphase gehen, ist die Arbeit des "Docs" noch nicht vorbei. "Da muss schon mal Soforthilfe geleistet werden, beispielsweise bei Krämpfen", erklärt Vogt. Doch manchmal kann auch er nicht mehr helfen: "Wie auf der Pyrenäenetappe, als Andreas Klöden kurz vor dem Ziel Krämpfe bekam. Da kann dann auch ein Arzt nicht mehr viel machen."

© SID

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