Der Henkel-Konzern nutzt sein Engagement im Motorsport, um die eigene Klebstoffsparte technologisch voranzubringen
Die Formel 1 ist der beste Rütteltest

Wenn an diesem Wochenende die Formel-1-Boliden über die 14-kurvige-Strecke des "Istanbul Parc Racing Circuit" in der Türkei rasen, dann fährt auch Henkel wieder mit. Nicht nur als Logo auf dem Heckflügel der Wagen vom Team McLaren Mercedes, sondern auch vorn in der Nase des MP4-20, seitlich im Chassis und unter dem Fahrersitz von Kimi Raikkonen und Juan Pablo Montoya. Dort kleben, dichten und sichern Produkte von Henkel.

HB FRANKFURT/M.Der Düsseldorfer Konzern, den meisten Menschen eher durch Marken wie Persil und Pril bekannt, erwirtschaftet rund 40 Prozent seines Umsatzes von zuletzt 10,6 Mrd. Euro mit Kleb- und Dichtstoffen sowie Oberflächentechnik. Den kleineren Teil davon mit Produkten für Konsumenten und Handwerker, den größeren unter dem Namen Henkel Technologies mit Kunden in der Industrie. Gerade die Automobilbranche ist eine wichtige Kundengruppe für Henkel Technologies. Der Bereich Automotive trägt mit 822 Mill. Euro knapp ein Drittel zum weltweiten Umsatz von Henkel Technologies bei.

Deswegen ist die Partnerschaft mit McLaren Mercedes für Henkel nicht nur aus Imagegründen interessant, sondern auch mit Blick auf technologische Weiterentwicklungen der Produktpalette. "Die Formel 1 ist für unsere Produkte der Dauer-Ratter-Test", sagt Ulrich Lehner, Vorsitzender der Geschäftsführung des Henkel-Konzerns. Die Boliden sind extrem hohen Belastungen durch Erschütterungen ausgesetzt. Aus diesem Grund werden beispielsweise viele Schrauben mit Klebstoffen gesichert. Bei McLaren Mercedes sind das unter anderem verschiedene Produkte der Marke Loctite.

Auch der beständige Wechsel zwischen Beschleunigen und Abbremsen hat es in sich: eine Vollbremsung bei einer Geschwindigkeiten von 320 km/h kann die Bremse schnell auf bis zu 1 000 Grad Celsius erhitzen. Deswegen fordert die Formel 1 dazu heraus, Kleb- und Dichtstoffe "im High-End-Bereich" zu entwickeln, wie es Ulrich Lehner formuliert.

Loctite ist seit 1995 technischer Ausrüster von McLaren Mercedes. Anfang 1997 übernahm Henkel den US-Klebstoffspezialisten und setze die Partnerschaft mit McLaren Mercedes fort. 2004 wurde Henkel offizieller Ausrüster. Finanzielle Details enthüllt Jonathan Neale, Geschäftsführer von McLaren Racing, nicht. Es sei eine "strategisch wichtige Partnerschaft", die McLaren Mercedes den Vorteil gebe, als erstes von den Neuentwicklungen zu profitieren, sagt er. Kleb- und Dichtstoffe aus dem regulären Produktkatalog liefert Henkel auch an die Konkurrenz von Ferrari.

Im weltweiten Automobilmarkt hat Henkel Technologies nach Angaben von Marketingdirektor Mike Olosky einen Anteil von rund 20 Prozent. Wichtiger Wettbewerber ist Dow Automotive, Teil des US-Chemiekonzerns Dow Chemical, der Kunst- und Klebstoffe für die Automobilindustrie zuliefert. Die Produktpalette von Dow Automotive deckt sich allerdings nur in Teilbereichen mit dem Portfolio von Henkel Automotive. Dow Automotive sieht sich beispielsweise als globaler Marktführer im Segment Glasverklebung und bei Epoxidklebstoffen (Kunstharz) für den Karosseriebau. Henkel nimmt für sich in Anspruch, als einziger Anbieter die gesamte Anwendungspalette für die Automobilindustrie abzudecken - von der Vorbehandlung der Metalle bis hin zu den Dosierspendern für die Kleb- und Dichtstoffe.

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