Der schnellste Weg zur Platzreife Kein Spiel ohne Handicap

Vor dem Vergnügen kommt die Arbeit: Ohne Reifeprüfung gibt's für einen Golfanfänger kein Solo auf dem Grün. Nur wer platzreif ist, darf ohne Begleitung eines Trainers oder erfahrenen Spielers einlochen. Der schnellste Weg dahin: Intensivkurse und viel Geduld beim Üben.
  • Katrin Elger

Wenn jemand "Foooore" brüllt, heißt es Kopf einziehen. Dann nämlich hat ein Golfer seinen Ball in eine andere Richtung geschlagen als geplant - und das kann für die anderen Sportsfreunde gefährlich werden. Doch weil Golfspielen nicht per se ein Überlebenstraining beinhalten soll, müssen Golf-Eleven auf den meisten deutschen Anlagen die Platzreifeprüfung vorzeigen.

"Es macht keinen Sinn, einen Anfänger ohne jegliche Grundkenntnisse alleine auf einen Golfplatz zu lassen", sagt Stefan Quirmbach, Präsident der Professional Golfers Association (PGA) Deutschland. Und das nicht nur deshalb, weil es gefährlich werden kann. "Golf macht erst dann richtig Spaß, wenn man sich einigermaßen auskennt" sagt der PGA-Präsident. Sicherheit und Spaß vor Augen muss der Anfänger bei der Prüfung in der Regel nachweisen, dass er neun Löcher mit einer bestimmten Anzahl an Schlägen schafft und die Regeln kennt. Da es keine einheitlichen Vorschriften für Platzreifeprüfungen gibt, kann der Schwierigkeitsgrad von Golfclub zu Golfclub variieren. Ist diese Hürde genommen, hat der Neugolfer Handicap 54 in der Tasche und darf fortan auch an Turnieren teilnehmen.

"Der einfachste Weg zum Golf führt über einen Schnupperkurs", sagt Stefan Quirmbach. Der 42-Jährige Diplom Betriebswirt ist seit 20 Jahren Golflehrer - in der Fachsprache heißt das Golf Professional oder einfach "Pro". Er unterrichtet im Golf- und Landclub Semlin in der Nähe von Berlin und hat bis heute rund 10 000 Anfängern bei ihren ersten Schlägen zur Seite gestanden. Der erfahrene Trainer hält viel von Schnupperkusen: "In so einem Kurs hat man die Möglichkeit, ohne Druck alles mal auszuprobieren."

Nicola Meuter, Geschäftsführerin der Düsseldorfer Filmproduktionsfirma MPG, wollte nicht schnuppern, sondern direkt die volle Dröhnung. Sie hat sich bei einem einwöchigen Intensivkurs der Deutschen Golfakademie auf Mallorca fit gemacht. "So ein Crashkurs ist die schnellste Methode, um an die Platzerlaubnis zu kommen", sagt die 33-Jährige. "Wenn man eine Woche lang nichts anderes macht, als Golf zu spielen, bekommt man die nötige Routine." Bis zur Prüfung hat sich die Managerin allerdings trotzdem sechs Monate Zeit gelassen: "Ich hatte vor dem Test großen Respekt. Das war wesentlich schwieriger als die Führerscheinprüfung."

Leuten mit Prüfungsangst empfiehlt Stefan Quirmbach den TUI GolferSPass, den ein Anfänger nach zehn Trainingsstunden und ab 250 Euro an einer TUI-Partner-Golfschule bekommt. Damit können sich die Pass-Inhaber auf 80 deutschen Plätzen austoben. "Vielen nimmt das die Hemmschwelle, die sich vor einer Prüfung aufbauen kann", sagt Pro Qirmbach. Wer sich dann sicher fühle, könne in einen Club eintreten und dort die Platzreifeprüfung schnell und spielerprobt ablegen.

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