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Der Stern leuchtet - Haug warnt vor Euphorie

Der Stern leuchtet wieder. Rechtzeitig vor dem Heimrennen auf dem Nürburgring ist Mclaren-Mercedes auf dem Weg, den Glanz vergangener Tage wieder aufzupolieren.

dpa NüRBURGRING. Der Stern leuchtet wieder. Rechtzeitig vor dem Heimrennen auf dem Nürburgring ist Mclaren-Mercedes auf dem Weg, den Glanz vergangener Tage wieder aufzupolieren.

Nach den beiden souveränen Start-Ziel-Siegen des Finnen Kimi Räikkönen in Barcelona und Monaco gilt das britisch-deutsche Team neben WM-Spitzenreiter Renault als aussichtreichster Titelkandidat. Doch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug dämpft die Euphorie. "Als Favoriten sehen wir uns nicht", sagte er vor dem Großen Preis von Europa.

"Der Wettbewerb ist zu eng. Warten wir ab, bis die Punktetabelle endgültig ist", nannte der 52 Jahre alte Stuttgarter als Grund für seine Zurückhaltung. Die Freude über den Aufschwung ist Haug dennoch anzumerken. In sein Büro in Fellbach will er den Motor stellen, mit dem Räikkönen in den vergangenen beiden Rennen triumphiert hatte, kündigte er an. "Zwei Siege, zwei Pole Positionen, und in allen Runden in Führung", zählt Haug auf und nennt die makellose Bilanz des Aggregats "historisch". Auch Räikkönen, der als Zweiter der Fahrerwertung 22 Punkte hinter Spitzenreiter Fernando Alonso im Renault liegt, ist ungewohnt forsch: "Es sieht gut aus. Wir arbeiten in die richtige Richtung."

Dass Mclaren-Mercedes seit dem letzten Titelgewinn 1999 durch den Finnen Mika Häkkinen überhaupt wieder als Favorit gehandelt wird, hat das Team einer gewaltigen Kraftanstrengung zu verdanken. In den vergangenen beiden Jahren musste die britische-deutsche Gemeinschaft viel Hohn und Spott ertragen. Bilder von silbernen Autos mit rauchenden Motoren kratzten am Image.

Auch an die beiden letzten Rennen auf dem Nürburgring haben die Verantwortlichen bei Mclaren-Mercedes schlechte Erinnerungen: 2003 schied Räikkönen in Führung liegend aus und verlor wertvolle Punkte, die ihm am Ende der Saison gegen Michael Schumacher den Titel kosteten. Im vergangenen Jahr blieben Räikkönen und sein damaliger Teamkollegen David Coulthard mit ihren Autos liegen. Der "Silberpfeil" war nur noch "Silberschrott", spotteten die Medien, und im "Silberpalast", dem Motorhome von Mclaren-Mercedes im Fahrerlager, hatten Durchhalteparolen Hochkonjunktur.

Das Team hat aus seinen Fehlern gelernt. Risikoreiche Entwicklungssprünge werden nicht mehr versucht. Mitarbeiter wurden ausgetauscht, die Strukturen gestrafft. Das Ergebnis: ein gelungenes Auto, das schnell ist und dennoch schonend mit den Reifen umgeht. "Wenn es für Effizienz Punkte gibt, dann wären wir ganz vorn", sagte Haug über die Arbeit seines Teams. "Wir haben in diesem Jahr weniger Geld ausgegeben als letztes Jahr und letztes Jahr weniger als das Jahr davor." So etwas hört auch der neue Mercedes-Vorstand Eckhard Cordes gern, der mit einem ehrgeizigen Sparprogramm seinen Posten angetreten hat.

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