Der traurigste Weltmeister von Helsinki
Bekeles langer Lauf gegen das Leid

ala HELSINKI. „Ich habe sie sehr geliebt“, sagte Kenenisa Bekele am Montagabend leise. Soeben hatte der 23-jährige Äthiopier über 10 000 Meter WM-Gold geholt. Feiern wollte Bekele jedoch nicht. Seine Gedanken waren bei Alem Techale. Am 4. Januar brach seine 18-jährige Verlobte während eines Trainingslaufs mit Herzversagen zusammen und starb. „Ich wollte aufhören mit dem Laufen“, sagte Bekele.

Doch der Olympiasieger und Weltrekordler über 5 000 und 10 000 Meter entschied sich anders. Bei der Cross-WM im März trat er wieder an und gewann – für Alem. „Dank Gott bin ich zurückgekehrt“, sagte Bekele, der sich nur schwer auf die Weltmeisterschaft in Helsinki vorbereiten konnte.

Der Nachfolger von Äthiopiens Wunderläufer Haile Gebreselassie gewann das Rennen dennoch souverän in 27:08,33 Minuten. Er ist der zweite Läufer überhaupt – nach Gebreselassie – der den WM-Titel verteidigen konnte. Zweiter wurde sein Landsmann Sileshi Sihine (27:08,87), Dritter der Kenianer Moses Mosop (27:08,96).

Über 5000 Meter wird der nur 1,60 Meter kleine und 54 Kilo leichte Afrikaner nicht an den Start gehen. Obwohl ihn der äthiopische Verband dazu gedrängt hatte. Und obwohl sein großer Rivale Hicham El Guerrouj (Marokko) nicht dabei ist. Sein Manager Jos Hermens plant mit ihm einen weiteren Angriff auf den Weltrekord über 10 000 Meter (26:20,31) am 26. August beim Golden-Four-Meeting in Brüssel.

Immerhin startet sein Bruder Tariku über die 5000-Meter-Distanz. „Wenn er eine Medaille gewinnt, wäre ich glücklich“, sagt Bekele. Und Glück wäre zur Zeit wohl der größte Erfolg für den traurigen Weltmeister.

Quelle: »NEWS Frankfurt

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