Deutsche Bank Players’ Championship of Europe
Statt Bernhard Langer ein langer Schwede

Das Finale der Deutsche Bank Players? Championship of Europe, das bedeutendste Golfturnier auf dem Kontinent, ist nicht ganz so spannend verlaufen wie es zunächst aussah: Der neue Europameister, der Schwede Robert Karlsson, spielte mit Ausnahme des allerletzten Lochs fehlerfrei und war auf der letzten Runde trotz aller Bemühungen seiner Verfolger nie gefährdet.

hk ALVESLOHE. Auch am Finaltag erlebten die zahlreichen Zuschauer - gut 60 000 waren es während der Turnierwoche insgesamt - großes Golf auf dem Par-72-Kurs des Gut Kaden Golf und Land Clubs in Alveslohe vor den Toren Hamburgs, und das bei idealen Bedingungen. Doch konnte sich keiner der Top-Favoriten durchsetzen, obwohl Weltklasse-Spieler wie Retief Goosen, Sergio Garcia und Lee Westwood vorne mitmischten. Chancenlos blieben auch die deutschen Teilnehmer, von denen sich drei für die Schlussrunden qualifizieren konnten. Mit insgesamt 283 Schlägen (5 unter par) landete Alt-Star Bernhard Langer aber weit abgeschlagen auf dem geteilten 59. Platz.

Der 36-jährige Robert Karlsson überstrahlte alle, nicht nur durch seine 1,96 (er ist einer der Längsten auf der Tour). Am Ende wurden für den elegant schwingenden Schweden 263 Schläge gezählt, also 25 unter Platzstandard - ein neuer Rekord. Dafür durfte er den Siegerscheck über 600 000 Euro mit nach Hause nehmen. Auf den Plätzen folgten der Südafrikaner Charl Schwartzel und der Engländer Lee Westwood (beide-21), sowie der Argentinier Andres Romero, der Südafrikaner Retief Gossen, der Italiener Emanuele Canonica und der Nordire Graeme McDowell (jeweils-20).

Am Finaltag musste der Franzose Francois Delamontagne als erster abschlagen, er beginnt erneut schwach mit einem Bogey. Es ist 7:20 Uhr, ein feucht-warmer Sonntagmorgen. Die Sonne hat kein Problem mit dem dünnen Nebel. Kurz darauf Bernhard Langer, denn auch er gehört zu den schlechtesten, die sich fürs Finale qualifiziert haben. Und am letzten Tag gehen die Besten als Letzte auf den Platz. Das deutsche Golf-Idol ist chancenlos, schon zu weit im Rückstand gegenüber den Favoriten. Seit Wochen planen diesen Sympathieträger immer wieder Rückenbeschwerden, mal mehr, mal weniger schmerzhaft. Immerhin, Langer beginnt mit einem Birdie und liegt danach 3 unter par.

Dass Schweden mit seinen nur neun Millionen Einwohnern so viele große Golfer heraus bringt, ist schon seit Jahren ein Phänomen. Auf Kaden haben nicht weniger als 12 der insgesamt 71 Finalisten einen schwedischen Pass. Mattias Eliasson gelingt der erste Eaglel des Tages (2 unter par). Im Flight danach startet Landsmann Jarmo Sandelin furios mit zwei Birdies und einem Eagle auf den ersten drei Löchern. Der 28jähige Stuttgarter Tino Schuster, der zweite Deutsche, beginnt dagegen mit zwei Bogeys. Etwa eine Stunde später schlägt der bestplatzierte Deutsche ab: Sven Strüver beginnt solide und spielt zunächst ein Par nach dem anderen.

Nach gut dreieinhalb Stunden ist Bernhard Langer im Clubhaus. Mit einer 69er Runde auf dem Par-72-Meisterschaftskurs beendet der Anhausener, der im nächsten Jahr seinen 50. Geburtstag feiern kann, das Turnier mit insgesamt 5 unter par. Derweil wächst Sandelin über sich hinaus und macht mit einer 65er Runde (-13) einen Sprung nach oben.

Gegen 12:30 Uhr beginnen die Favoriten einzugreifen. Zunächst wenig Bewegung. Dann baut Oldie "Woosie", der Waliser Ian Woosnam, an Loch 3 ein Double-Bogey, was ihn auf-14 zurück wirft. An gleichen Loch gelingt in der letzten Paarung dem führenden Karlsson ein Birdie (-21). Kurz darauf kann der Schwede erneut innerlich jubeln: Sein härtester Verfolger und Flightpartner Lee Westwood verliert nach einem Double-Bogey erst einmal den Anschluss (- 17). Die Vorentscheidung?

Langsam, aber sicher schiebt sich auf den zweien Neun Andres Romero nach vorn. Der 25jährige Argentinier gilt als Riesentalent und hat erst jüngst bei der British Open sowie unmittelbar davor bei der Scottish Open mit Top-Ten-Plätzen auf sich aufmerksam gemacht. Der Youngster, dem am dritten Loch ein Eagle gelungen ist, verdängt mit 21 unter par auf einmal Westwood vom zweiten Rang. Doch kurz darauf, während die Journalisten vorsichtshalber die Vita von Romero nachlesen, spielt dieser auf der 14 ein Double-Bogey.

Wie oft die Verfolger nun auch die Plätze tauschten - Karlsson spielt einsame Klasse, cool, fehlerfrei. Keine Bogeys. Am Endes des Tages stehen 263 Schläge zu Buche, 25 unter par - ein neuer Rekord.

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