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Deutsche Beachvolleyballer feiern Siege in Berlin

Mit sensationellen Erfolgen haben sich die deutschen Beachvolleyballer bei der WM in Berlin in die Herzen der Fans gespielt. Abseits der Courts versuchen die Rechtsanwälte derweil, einen Streik zu verhindern.

Während starke Leistungen der deutschen Beachvolleyballer für Begeisterung unter den Fans sorgten, wurde abseits der WM-Courts der Kampf gegen den drohenden Streik am Donnerstag geführt. Am Mittwochabend trafen sich die Spielervertreter um Okka Rau im Hotel "Maritim" zum Streikgipfel mit dem eingeflogenen Weltverbands-Chef Ruben Acosta. Der Fivb-Präsident erlebte zuvor vor 6 000 begeisterten Fans live mit, wie sich die Rebellin Rau mit Stephanie Pohl als erste Deutsche in Runde vier schmetterte. Platz neun und 13 500 Dollar Preisgeld sind sicher.

Rau: "Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen"

"Mit Platz neun ist die Pflicht erfüllt, mir fällt ein Riesenstein vom Herzen. Eine Medaille wäre natürlich supertoll", erklärte Rau nach dem 2:1 (21:19, 16:21, 15:10) gegen die Schweizerinnen Kuhn/Schwer. Nächste Gegner sind die Olympiasiegerinnen Walsh/May (USA), doch ob das Spiel am Donnerstag überhaupt stattfinden wird, war am Abend unklar. Rau eilte direkt vom Centre Court zum Krisentreffen, bei dem bei Acosta die Forderungen der Spieler durchgesetzt werden sollten. Vor allem geht es um die Änderung der Knebelverträge der Spieler, die Gründung einer Gewerkschaft und Meinungsfreiheit.

"Ich glaube, dass die Chancen ganz gut sind, dass wir das heute ein für allemal lösen können. Wenn es aber gar kein Signal gibt, dann kann ich nicht garantieren, ob die WM weitergeht", erklärte Rau. Inzwischen hat sich auch ein Großteil der männlichen Beachvolleyballer in einer Unterschriftsliste den Boykottdrohungen angeschlossen, selbst der deutsche Verbandschef Werner von Moltke unterstützt die Profis. "Es muss sich in der Fivb etwas ändern, aber natürlich wollen alle gern spielen. Schließlich wollen wir das Ding hier gewinnen. So eine Stimmung habe ich in Deutschland noch nie erlebt", erklärte Europameister Markus Dieckmann.

Dieckmann und Reckermann siegen zum Auftakt

Mit Partner Jonas Reckermann (Moers) bewältigte der Goldfavorit das Auftaktspiel mit 2:0 (21:19, 23:21) gegen die Kanadier Leinemann/vanhuizen und steht genau wie Julius Brink/Kjell Schneider (Leverkusen/Kiel) und Thorsten Schoen/Marvin Polte (Schüttorf) in Runde drei. Hobbyspieler Schoen war der gefeierte Mann des Tages. Erst besiegte der erst als Nachrücker ins Feld gekommene Bankkaufmann den Sydney-Olympiasieger Dain Blanton und Kevin Wong (USA) sensationell mit 2:0 (21:12, 21:19). Anschließend wurden auch die Medaillenanwärter Schacht/Slack (Australien) mit 2:1 bezwungen.

"Das ist überirdisch. Hoffentlich gibt mir mein Chef einen Tag mehr Urlaub", erklärte Amateur Schoen, der nur einmal pro Woche trainiert: "Auf jeden Fall lasse ich jetzt meine Freundin Silke und Hund Balthasar einfliegen." Eine ähnliche Sensation schafften Helke Claasen und Antje Röder (Berlin), die die Sydney-Olympiasiegerin Natalie Cook mit ihrer Partnerin Summer Lochowicz (Australien) mit 2:0 (22:20, 21:14) aus dem Turnier warf. Wermutstropfen aus deutscher Sicht war die Pleite der Medaillenkandidaten Susanne Lahme/Danja Müsch (Berlin). Lahme: "Jetzt wird es ganz schwer mit der Medaille."

Fortsetzung der WM unklar

Ohnhin war die geplante Fortsetzung der WM unklar. Falls Fivb-Chef Acosta eine Änderung der Spielerverträge schriftlich bestätigen sollte, wäre der Streik in Berlin erledigt. Dann hat der Weltverband bis eine Woche vor dem Grand-Slam-Turnier in Paris (26. bis 31. Juli) Zeit, allen Spielern überarbeitete Kontrakte zur Unterschrift vorzulegen. Passiert das nicht, wollen alle Spielerinnen das Turnier am Eiffelturm und die folgenden Events der Weltserie boykottieren, bis es zu einer Einigung kommt. Niklas Rademacher bringt die Stimmung gegen den Weltverband auf den Punkt: `Die Fivb ist mehr eine Diktatur als ein Weltverband.´

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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