sonstige Sportarten
Deutsche Damen pflegen die Tradition

Auch in diesem Jahr hat die frühe Abreise aus London Priorität für die deutschen Tennis-Damen. Nur Qualifikantin Sabine Klaschka erreichte überhaupt die zweite Runde bei den 119. All England Championships.

Die deutschen Tennis-Damen haben auch bei der 119. Auflage der All England Championships die Tradition hochleben lassen. "Same procedere as last year" hieß es auch in diesem Jahr nach den ersten paar Tagen der Damenkonkurrenz: "No more German Ladies."

Nur Qualifikantin Sabine Klaschka erreichte überhaupt die zweite Runde, geht aber am Mittwoch als krasse Außenseiterin in das Match gegen Jelena Dementjewa. Barbara Rittners Fed-Cup-Spielerinnen waren bereits am Dienstag in ihren Auftaktmatches durch peinliche Niederlagen gescheitert, Marlene Weingärtner (Moers) ebenso wie Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn). Schon am Montag war Julia Schruff ausgeschieden, Sandra Klösel scheiterte in der ersten Qualifikationsrunde. "Ich weiß im Augenblick noch gar nicht, wen ich als vierte Spielerin nominiere", sagte Rittner: "Ich bin sehr enttäuscht. Es drängt sich keine auf."

Seit 2002 keine Deutsche mehr in Runde drei

Seit 2002 hat keine deutsche Spielerin mehr die dritte Runde beim wichtigsten Tennisturnier der Welt erreicht. Vor einem Jahr war die Situation allerdings noch schlimmer, als nur drei Damen überhaupt im Hauptfeld standen und alle in der ersten Runde scheiterten. Diesmal schönt die 24-jährige Klaschka etwas die Bilanz. "Wir sind in den Jahrgängen 1980 bis 1985 zu schwach", stellte der Sportdirektor des Deutschen Tennis Bundes, Klaus Eberhard, schon vor einem Jahr fest: "Bis wir international wieder konkurrenzfähig werden, wird es noch ein paar Jahre dauern."

Marlene Weingärtner scheiterte gegen Wera Swonarewa wieder einmal an ihrer schlechten Physis. Die talentierteste deutsche Spielerin hielt gegen die Weltranglisten-Zwölfte bis 6:2, 4:4 glänzend mit und gewann danach kein Spiel mehr. "Sie war platt, hat offenbar wieder zu wenig gemacht", sagte Rittner: "Ich frage mich, wie das sein kann." Seit Februar hat die 25-Jährige Weingärtner einen neuen Trainer, die private und sportliche Beziehung zu Christian Vinck ist beendet. "Sie ist schnell unzufrieden, wechselt ständig, da ist immer Unruhe", kritisiert Rittner: "Ich weiß nicht, ob sie die Motivation hat, auf Dauer hart zu arbeiten."

Mit Arbeit und Fleiß hat die weniger talentierte Grönefeld es immerhin bis auf Rang 40 der Weltrangliste gebracht. Gegen die rund 200 Plätze schlechter notierte Britin Jane O´Donoghue aber verlor die 20-Jährige nach einer 6:1-Führung eine Partie, die sie bei ihren Ansprüchen nie verlieren darf. "Sie hat nach dem ersten Satz wohl etwas die Anspannung verloren, im dritten Satz war es dann Nervensache", meint Rittner: "Ihr Trainer ist stinksauer."

Schon vom 9. bis 10. Juli soll Rittners Fed-Cup-Mannschaft in Bol gegen Gastgeber Kroatien um den Aufstieg in die Weltgruppe spielen: "Wir fliegen am 4. Juli mit der Mannschaft da runter, ich hoffe, alle haben die Schlappe bis dahin verdaut." Viel mehr als Hoffnung bleibt der Leverkusenerin auch gar nicht übrig. Es gibt keine Alternativen, sie ist trotz aller Probleme auf Spielerinnen wie Weingärtner, Schruff und Grönefeld angewiesen: "Ich hoffe auf eine gute Vorbereitung und den Teamgeist." Und sie hofft auf eine ähnliche Misere beim Gegner: "Auch die Kroatinnen sind alle in der ersten Runde ausgeschieden."

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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