sonstige Sportarten
Deutsche Degenfechter scheitern an ihren Nerven

Nach dem ernüchternden Start der deutschen Fechter in die Leipziger Welttitelkämpfe ruft Degen-Bundestrainer Steegmüller nach psychologischer Unterstützung. Zuvor waren Sven Schmid und Daniel Strigel baden gegangen.

Für die deutsche Fecht-Mannschaft fällt der WM-Auftakt im heimischen Leipzig in die Kategorie "völlig missraten". "Ich bin geschockt. Körperlich waren die Jungs topfit, aber die mentale Regeneration ist damit nicht einhergegangen. Wir wissen nicht, ob das vielleicht heute unser entscheidendes Problem war. Wir müssen mit dem Deutschen Fechter-Bund darüber reden, ob die Hilfe eines Sportpsychologen uns weiter nach vorne bringen könnte", sagte Degen-Bundestrainer Walter Steegmüller und erhofft sich für die Zukunft eine Zusammenarbeit mit Nationalmannschafts-Psychologe Hans-Dieter Herrmann.

Die beiden Degen-Asse Sven Schmid und Daniel Strigel (beide Tauberbischofsheim) scheiterten schon im Viertelfinale und ließen damit den Traum vom Edelmetall und einem guten Start der deutschen Mannschaft platzen. "Natürlich bin ich enttäucht. Wir wollten zwei Medaillen, oder zumindestens eine. Dass beide auch noch im sudden death verlieren, ist richtig bitter", sagte Steegmüller.

Strigel hatte in seinem Gefecht gegen den ungestüm agierenden Niederländer Bas Verwijlen, der anschließend im Viertelfinale auch noch Olympiasieger Marcel Fischer (Schweiz) aus dem Weg geräumt hatte, deutlich in Führung gelegen.

Führung aus der Hand nehmen lassen

Nach starkem Beginn führte Strigel, der seine Teilnahme an der vergangenen WM in Havanna wegen eines Kreuzbandrisses hatte absagen müssen, 11:6. Beim Stand von 14:11 ließ er sogar vier "Matchbälle" ungenutzt. "Mir hat am Ende die Konzentration gefehlt. Ich habe gegen ihn dann einfach nicht die Lösung gefunden. Mist, denn ich wollte unbedingt die Medaille", sagte Strigel, der am Ende 14:15 verlor.

Sein Klubkollege Sven Schmid, der bei der WM in Havanna noch einen hervorragenden sechsten Platz belegt hatte, mühte sich derweil redlich gegen den viermaligen Weltmeister und Olympiasieger von 2000 in Sydney, Pawel Kolobkow. Allerdings fehlte auch Schmid am Ende die Nervenstärke, und er musste sich 10:11 geschlagen geben.

"Vielleicht muss ich für die kommenden Jahre auch etwas ändern. Es kann sein, dass ich meine fünf Fechter zu lange zusammengezogen habe, um den Teamgeist zu fördern. Ich hätte sie ab und an an der langen Leine halten sollen, damit sie mental frisch bleiben", erklärte Steegmüller.

Florett-Damen hoffen weiter

Drei von vier Florett-Frauen kämpfen indes weiter um Medaillen. Nach dem Aus von Sandra Bingenheimer (Tauberbischofsheim), die in Runde eins Roxana Scarlat (Rumänien) 9:10 unterlag, qualifizierten sich Anja Müller, Lokalmatadorin Katja Wächter und Carolin Neckermann (alle Tauberbischofsheim) für die Runde der besten 32.

Zuvor hatten sich bei den Säbel-Herren der lange Zeit an einem Virus leidende Koblenzer Dennis Bauer und Björn Hübner (Tauberbischofsheim) für die Runde der letzten 64 qualifiziert.

Christian Kraus (Eislingen) und Junioren-Weltmeister Nicolas Limbach (Dormagen) sind auf Grund ihrer Weltranglisten-Positionen ohnehin für die Hauptrunde gesetzt, so dass die Mannschaft von Bundestrainer Jo Rieg in voller Besetzung um die Medaillen kämpft.

© SID

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