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Deutsche Fechter bei Heim-WM unter Erwartungsdruck

Die deutschen Fechter stehen bei den heute beginnenden Weltmeisterschaften unter dem Druck, das schlechte Abschneiden von Olympia in Athen vergessen zu machen. Zudem wird in Leipzig erstmals der Videobeweis zugelassen.

Bei den heute beginnenden Fecht-Weltmeisterschaften in Leipzig (8. bis 15. Oktober) sehen sich die deutschen Athleten einer großen Erwartungshaltung gegenüber. Die deutschen Spitzenfechter sollen das desaströse Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Athen vergessen machen und das Image der einst so populären Sportart wieder aufpolieren. "Drei Medaillen oder weniger wären eine Katastrophe", sagte der Vizepräsident des Deutschen Fechter-Bundes (Dfeb), Winfried Wolfgarten.

Das Desaster von Athen schwebt immer noch wie ein böser Geist über dem Verband. Die Mannschaft holte damals nur zwei Medaillen, im Einzel gingen die deutschen Fechter völlig leer aus. Fördergelder wurden drastisch gekürzt, einige Bundestrainer wie Jochen Behr (Florett) nahmen anschließend ihren Hut.

Nur die Degendamen um WM-Topfavoritin Imke Duplitzer (Silber) und die Degenherren (Bronze) sorgten für etwas Glanz. "In Leipzig wollen wir die Scharte auswetzen und wenigstens eine Goldmedaille holen", sagte Dfeb-Präsident Gordon Rapp.

"Wir wollen vier Mediallen - eine davon soll die Farbe Gold haben."

Trotz einiger guter Weltcup-Ergebnisse in dieser Saison gibt sich der Dfeb keinen Illusionen hin. Ein ähnlicher Erfolg wie bei der Heim-WM in Essen 1993, als die deutschen Fechter elf Medaillen gewannen, kann nicht das realistische Ziel sein. "Jeder, der sich mit dem Fechtsport beschäftigt, weiß, wie eng es zugeht. Dennoch wollen wir vier Medaillen, und davon soll eine die Farbe Gold haben", meinte Dfeb-Sportdirektor Claus Janka.

Die größte Last trägt wohl Degen-Weltcupsiegerin Duplitzer. Nach dem Wechsel von Heidenheim nach Bonn ließ die 30-Jährige den Gegnerinnen im WM-Jahr kaum einen Stich und gilt als Topfavoritin für Leipzig. "Ich weiß, was von mir erwartet wird. Ich will Weltmeisterin werden", sagte Imke Duplitzer, die mit Monika Sozanska (Heidenheim), Britta Heidemann (Leverkusen) und Ex-Weltmeisterin Claudia Bokel (Tauberbischofsheim) auch mit der Mannschaft Gold im Visier hat.

Erstmalig wird Videobeweis bei der WM zugelassen

Freude macht den Organisatoren bislang das überraschend große Interesse an den Titelkämpfen. Bislang wurden für die Finalkämpfe, die erstmals auf einem Center Court ausgetragen werden, bereits 20. 000 Karten verkauft. Insgesamt treffen sich in Sachsen 1 500 Sportler aus 82 Nationen.

Neben dem neuen Center Court, der Echtzeit-Übertragung der Kämpfe ins Internet und der bei den "Säblern" zur Pflicht gewordenen durchsichtigen Maske testet der Fecht-Weltverband FIE bei den Finalkämpfen bei strittigen Entscheidungen auch erstmals den Videobeweis. "Sowas bei einer WM zu testen, halte ich für ziemlich gewagt. Ich weiß nicht, ob das Sinn macht", sagte Florett-Ass Peter Joppich (Koblenz), der nach WM-Gold in Havanna 2003 vor heimischer Kulisse die erfolgreiche Titelverteidigung anstrebt.

© SID

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