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Deutsche Fifa-Schiedsrichter solidarisch mit Frisk

Die deutschen Fifa-Schiedsrichter haben sich „voll solidarisch“ mit ihrem nach Morddrohungen gegen ihn und seine Familie zurückgetretenen schwedischen Kollegen Anders Frisk erklärt.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die deutschen Fifa-Schiedsrichter haben sich "voll solidarisch" mit ihrem nach Morddrohungen gegen ihn und seine Familie zurückgetretenen schwedischen Kollegen Anders Frisk erklärt.

Außerdem sprachen sich die acht deutschen Fifa-Referees - nur "Urlauber" Markus Merk fehlte - dafür aus, TV-Monitore aus den Innenräumen der Stadien zu entfernen. "Diese Monitore sind ein großes Problem und müssen schnellstens verschwinden", forderte Volker Roth, der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Wie bereits der Präsident des Weltverbandes Fifa, Sepp Blatter ("Wer die Schiedsrichter angreift, greift den Fußball an"), richtete auch Roth einen flammenden Appell an alle am Fußball Beteiligte, "im Umgangston mit den Schiedsrichtern verantwortungsvoller und respektvoller" zu sein. "Der Respekt vor den Referees schwindet immer mehr. Das können und wollen wir nicht dulden. Das Verhalten von Trainern und Spielern muss sich ändern und darf nicht immer zu Schuldzuweisungen führen", sagte Roth.

Von einem Verhaltenscodex hält der frühere Spitzenschiedsrichter nichts. Roth: "Damit ist uns nicht geholfen. Fußball ist nun einmal Teil unserer Gesellschaft. Ich kann nur immer wieder an das Fairplay erinnern und an die Vernunft appellieren." Einen Streik der Schiedsrichter hält Roth zwar für ein "legales Mittel", doch für ihn wäre dies nur die "letzte Konsequenz".

Die Schiedsrichter "haben allmählich die Nase voll", meinte Roth. Mit Gelassenheit sieht er einer im Raum stehenden Klage durch den Trainer des FC Chelsea, José Mourinho, entgegen, der von Roth für dessen Aussage, Mourinho sei "ein Feind des Fußballs" eine Entschuldigung verlangt. Roth: "Ich bin sehr gespannt und freue mich schon auf die Klage."

Den Rücktritt des von Mourinho nach dem Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona attackierten Frisk bedauerte Roth. "Wir waren alle sehr geschockt. Ich habe bereits zwei Mal mit ihm per E-Mail Kontakt gehabt, kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass er noch Mal zurückkommt", sagte Roth. Am Montag hatte die Uefa an Frisk appelliert, seinen Schritt zu überdenken.

Eine positive Entwicklung sieht Roth im Umgang mit den Folgen des Wett- und Manipulationsskandals im deutschen Fußball: "Erst war es ein Riesenschock. Aber jetzt sind die Schiedsrichter nicht mehr so verunsichert wie am Anfang. Sie machen einen tollen Job und pfeifen weiterhin auf hohem Niveau." Fifa-Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) meinte: "Wir mussten ein Stoppschild setzen, denn die Atmosphäre ist vergiftet. Der Letzte muss begreifen, dass damit auch die gesamte Atmosphäre im Fußball vergiftet wird."

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