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Deutsche Hockey-Damen scheitern im EM-Finale

Die deutschen Hockey-Damen sind knapp an ihrem ersten EM-Titel vorbeigeschrammt. Im Endspiel in Dublin unterlag der Olympiasieger gegen Titelverteidiger Niederlande in einem streckenweise hochklassigen Match 1:2 (1:2).

Der erste Europameistertitel blieb den deutschen Hockey-Damen verwehrt. Der Olympiasieger unterlag im Endspiel in Dublin gegen Titelverteidiger Niederlande in einem streckenweise hochklassigen Match 1:2 (1:2). Der Abonnements-Champion aus Holland gewann damit bei der siebten Austragung bereits zum sechsten Mal und feierte damit auch eine Revanche für das vor rund einem Jahr gegen Deutschland verlorene Olympiafinale.

Die Berlinerin Natascha Keller (22.) erzielte mit einer Strafecke das einzige Tor für das Team von Bundestrainer Markus Weise. Ellen Hoog (7., 10.) hatte "Oranje" früh mit einem Doppelschlag in Führung gebracht. Die rund 1 500 Zuschauern im ausverkauften nationalen Hockeystadion von Irland sahen ein insgesamt ausgeglichenes Match, in dem beide Teams bewiesen, dass sie eindeutig die besten Mannschaften in Europa sind. England belegte durch ein 4:0 (3:0) gegen Spanien den dritten Platz.

Weise: "Uns hat das Glück gefehlt"

"Es war super knapp, uns hat auch ein bischen das Glück gefehlt", sagte Bundestrainer Markus Weise nach dem Endspiel, "ich bin insgesamt zufrieden mit dieser Leistung, wir haben alles für ein erfolgreiches Match getan." Dennoch gewann der Abonnements-Champion aus Holland bei der siebten Austragung des Turniers bereits zum sechsten Mal. "Für uns ist das ein großer Erfolg", meinte Hollands Coach Marc Lammers, "wir haben nach Olympia auch neun Spielerinnen durch Rücktritte verloren."

Für die deutsche Mannschaft war es nach 1991 und 1999 die dritte Teilnahme an einem EM-Endspiel und wieder musste man sich mit Silber zufrieden geben. Das wichtigste Ziel hatte das Team allerdings bereits mit dem Endspieleinzug am Freitag durch den 2:1-Erfolg gegen Spanien erreicht: Die direkte Startberechtigung für der Weltmeisterschaft im September 2006 in Madrid. Dadurch bleibt der Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) die Fahrt zum Qualifikations-Turnier im Mai nach Rom und ein Chaos bei der Terminplanung für die Bundesliga erspart. "Wir haben damit die ultimative Katastrophe verhindert", sagte Weise, "die deutsche Titanic ist sicher im Hafen angekommen."

"Oranje" nutzt Chancen eiskalt

Das Finale begann für seine Mannschaft allerdings mit einem Schock. Obwohl die DHB-Damen das spielbestimmende Team waren, nutzte "Oranje" die ersten beiden Chancen eiskalt. Beim ersten Konter ließ sich die Berlinerin Svenja Schuermann von Hoog überlaufen und auch Torfrau Yvonne Frank sah anschließend nicht gut aus. Und nur drei Minuten später war nach der ersten Strafecke für Holland erneut Hoog mit einem Nachschuss erfolgreich, nachdem zuvor Frank und Anke Kühn noch auf der Linie klären konnten. "Leider sind wir nicht gut ins Match gekommen und haben uns in der Anfangsphase überraschen lassen", musste der Bundestrainer einräumen.

Die deutsche Moral war nach dem schnellen Rückstand aber noch nicht gebrochen. Weises Mannschaft machte weiter Druck und wurde schließlich belohnt, als Keller die zweite Strafecke flach links ins Tor schlenzte. Nach dem Wechsel schalteten die Titelverteidigerinnen auf Pressing um und setzten das deutsche Team damit stark unter Druck. Die DHB-Damen konnten sich nur selten befreien und kamen selbst nur zu wenigen Offensivaktionen.

Kühn vergibt Möglichkeit zum Ausgleich

Erst in der Schlussphase verstärkten sie noch einmal den Druck, der erlösende Ausgleich zur Verlängerung fiel aber nicht mehr. Die größte Chance vergab 20 Sekunden vor Schluss Anke Kühn, die einen Ball aus kurzer Distanz aus der Luft nicht über die Linie drücken konnte. "Wir hatten den Ausgleich auf dem Schläger", haderte Weise, "aber manchmal geht der Ball eben nicht rein, auch das gehört beim Sport dazu."

© SID

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