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Deutsche Leichtathleten holen Europacup

Die deutschen Männer haben erneut den Leichtathletik-Europacup gewonnen. Schon vor der abschließenden Staffel stand das DLV-Team als Sieger fest. Dritte wurden die deutschen Frauen beim Triumph von Seriensieger Russland.

Charles Friedek hat das deutsche Männerteam in Florenz zum Sieg im Leichtathletik-Europacup geführt. Der Ex-Weltmeister sicherte durch den Dreisprung-Sieg mit 17,20m die erfolgreichen Titelverteidigung. Die Frauen verbesserten sich als Dritte gegenüber 2004 um einen Platz. Neben sechs Einzelsiegen ließen Saisonbestmarken in 15 der 40 Disziplinen erkennen, dass die Formkurve sechs Wochen vor der WM in Helsinki (6.-14. August) nach oben zeigt. Es blieb jedoch bei 29 Athleten mit komplett erfüllter WM-Norm. Bei den Frauen gewann Russland zum neunten Mal in Serie.

"Charles Friedek ist ein Athlet zwischen Genie und Scheitern", fasste der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow in Worte, was der Leverkusener durch drei ungültige Versuche und den Sprung zum WM-Ticket im letzten Durchgang an Emotionen heraufbeschwor. Bilanzierend meinte Mallow nach sechs deutschen Einzelsiegen, neun zweiten Plätzen und den neun durch die Ränge eins und zwei vorzeitig gebuchten WM-Tickets: "Unsere Athleten haben wie schon bei der Hallen-EM durch ihre Frische und offensives Auftreten überzeugt."

Die Männer siegten vor nur rund 6 000 Zuschauern an drei Tagen zum fünften Mal seit der Vereinigung. Sie standen schon vor der abschließenden 4x400-m-Staffel als Sieger fest und lagen am Ende mit 113 Punkten vor Frankreich (104) und Italien (98). Die zuletzt 1996 siegreichen deutschen Frauen wurden hinter den zum neunten Mal in Serie triumphierenden Russinnen (131,5) und von Polen (94) knapp geschlagen Dritte (93).

Winter siegt in Florenz im Weitsprung

Neben Friedek, der eine Woche zuvor mit 17,39m auf Position zwei in der Welt gesprungen war und vor dem letzten Versuch vor dem Nichts stand, siegten im Weitsprung sein Leverkusener Klubkamerad Nils Winter, der eine Woche nach seinen 8,21m diesmal 8,06m bot, im Kugelstoßen der EM-Dritte Ralf Bartels (Neubrandenburg/20,76m), die 2005 nach acht Saisonwettkämpfen weiter ungeschlagene Speerwurf-Olympia-Zweite Steffi Nerius mit 64,59m, überraschend ihr Rostocker Disziplin-Kollege Mark Frank (82,38m) sowie die frühere Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg/64, 48).

Mit Ausnahme von Nils Winter, der die Norm zum zweiten Mal nicht schaffte, sicherten sich die deutschen Einzelsieger endgültig das WM-Ticket. Gleiches gilt durch Rang zwei bei komplett erfüllter Norm auch für die Hürdensprinter Kirsten Bolm (Mannheim/12,79) und Thomas Blaschek (Leipzig/13,44), die Kugelstoß-Olympiazweite Nadine Kleinert (Magdeburg/18,89) und 200-m-Hallen-Europameister Tobias Unger (Kornwestheim), der im zweitschnellsten Rennen seines Lebens in 20,36 Sekunden unterlag. "Christian Malcolm war mit seinen 20,16 noch zu stark", meinte der 25-Jährige über den Briten.

Weitere zweite Plätze ohne Norm schafften über 400m der Saarbrücker Simon Kirch (45,86), im Diskuswerfen Michael Möllenbeck (Wattenscheid/64,12m).

Hingst, Duma und Gjirmai erreichen erstmals WM-Norm

Erstmals erfüllten den Richtwert für Helsinki (6.-14. August) Stabhochspringerin Caroline Hingst (Mainz/4,50 m) als Zweite und 400-m-Hürdenläufer Christian Duma (Frankfurt/49,17) und Hindernisläufer Filmon Ghirmai (Tübingen/8:22,37) als Vierter, müssen dies aber ein zweites Mal bestätigen.

Weniger erfolgreich war Sprinter Marc Blume (Wattenscheid), der zwar Olympiasieger Linford Christie (Großbritannien/bisher 19) mit nunmehr 21 Einsätzen als Cup-Rekordler ablöste, dabei über 100m in 10,51 Sekunden aber nur Letzter und mit der Staffel Vierter wurde.

Ebenfalls nur auf Rang acht landete über 3000m Susanne Ritter (Saarbrücken) als Ersatz für Antje Möldner (Potsdam), die nach Einnahme eines inzwischen verbotenen Mittels gegen Bronchialasthma aus dem Team genommen wurde. "So ein dummer Fehler wird mir mit Sicherheit kein zweites Mal mehr passieren", meinte die Sechste der Hallen-EM, die nun beim Weltverband Iaaf eine Sondergenehmigung beantragen will.

Was in Florenz niemand schaffte, gelang Karsten Kobs (Lanstrop) in Schönau bei Mannheim: Mit 79,03m im Hammerwurf erfüllte der Weltmeister von Sevilla 1999 als 29. DLV-Athlet komplett die Norm.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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