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Deutsche Springreiter-Equipe auf Goldkurs

Nach dem Auftakt der Europameisterschaften in San Patrignano liegt die deutsche Springreiter-Equipe auf Goldkurs. Vor dem entscheidenden zweiten Umlauf am Freitag führt das Team vor Frankreich und den Niederlanden.

Die deutsche Springreiter-Equipe hat nach dem Auftakt der EM in San Patrignano/Italien die erfolgreiche Titelverteidigung vor Augen. Das Team von Bundestrainer Kurt Gravemeier, das vor zwei Jahren bei der Heim-EM in Donaueschingen den Titel gewann, leistete sich insgesamt nur einen Abwurf und geht am Freitag mit umgerechnet sechs Strafpunkten vor Weltmeister Frankreich (7,48) und den Niederlanden (7,76) in den entscheidenden zweiten Umlauf. "Der Parcours weist einige Tücken auf und hat es in sich. Dennoch haben sich unsere Reiter gut aus der Affäre gezogen", sagte Kurt Gravemeier.

Ehning im Einzel in Front

Auch in der Einzelkonkurrenz liegt ein deutscher Reiter vorn. Der ehemalige Weltcupsieger Markus Ehning aus Borken sicherte sich den Sieg in der ersten von drei Wertungsprüfungen mit einem fehlerfreien Ritt in 78,61 Sekunden auf der 13 Jahre alten Holsteinerin Gitania. Mit 1,34 Strafpunkten Rückstand ist der Belgier Jos Lansink auf Cumano Zweiter, gefolgt vom Niederländer Gerco Schroder auf Monaco (1,81). Auch Titelverteidiger Christian Ahlmann (Marl) als Sechster (2,21) und der Olympiadritte Marco Kutscher als 16. (3,79) haben noch gute Aussichten.

Für das Streichergebnis im deutschen Team sorgte ausgerechnet Weltcupsiegerin Meredith Michael-Beerbaum (Thedinghausen), die auf ihrem Ersatzpferd Checkmate mit 4,81 Strafpunkten Rückstand nur Rang 19 belegte. Die Ehefrau von Markus Beerbaum musste ihren Hannoveraner Wallach satteln, nachdem ihr zwölf Jahre alter Shutterfly eine Verletzung unterhalb des Fesselträgers im linken Hinterbein erlitten hatte.

"Zuschauer" Ludger Beerbaum zufrieden

Am Rande des Parcours freute sich Ersatzreiter Otto Becker mit seinen Kollegen: "Es lief alles nach Plan. Die Mannschaft ist in Top-Form." Dies meinte auch der zum Zuschauen verurteilte viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum, der lediglich am Samstag im Grand Prix, der nicht zur EM zählt, an den Start gehen wird. "Goldfever hat nicht die gewünschte Form. Für meine jüngeren Pferde kommt die EM zu früh", sagte der Riesenbecker.

"Das war eine gute Runde für die Mannschaft und mich. So kann es weitergehen", bilanzierte Christian Ahlmann. Der Doppel-Europameister von Donaueschingen führte seinen Cöster ruhig und gekonnt durch den Parcours blieb ebenso wie Marcus Ehning ohne Abwurf. Marco Kutscher hingegen erlaubte sich den einzigen "deutschen" Abwurf, zeigte sich aber trotzdem zufrieden: "Die Leistung lässt auf gute Ergebnisse in den nächsten Prüfungen hoffen. Ich fühle mich trotz des Fehlers hier pudelwohl."

Geisterkulisse in San Patrignano

Die gefürchtete Hitze blieb am ersten Tag aus. Zu Beginn der Wertungsprüfung hatte es sogar geregnet. Enttäuschend war allerdings das Zuschauerinteresse in der Anlage des privaten Therapiezentrums in der Nähe des norditalienischen Urlaubsortes Rimini, wo ehemalige Drogensüchtige in unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten auf die Rückkehr ins "normale Leben" vorbereitet werden. Nur 2000 Zuschauer verloren sich auf den Rängen.

© SID

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