Deutscher Biathlet mit Bronchitis im Bett
Fischer von Björndalen noch abgefangen

Für Sven Fischer hätte es beim Saisonfinale der Biathleten im russischen Chanty Mansijsk nicht schlechter laufen können. Bei den Damen sorgte Kati Wilhelm für einen versöhnlichen Abschluss..

HB BERLIN. Kati Wilhelm ist mit dem zweiten Rang beim letzten Biathlon-Weltcuprennen der Saison im russischen Chanty Mansijsk noch auf Platz zwei in der Gesamtwertung gestürmt. Dagegen musste der erkrankte Sven Fischer am Samstag tatenlos vom Hotelbett aus zusehen, wie ihm Ole Einar Björndalen im letzten Rennen der Saison den Weltcupsieg entriss.

Dem 31-jährigen Norweger reichte dazu am Samstag der zweite Platz im abschließenden Massenstartrennen über 15 Kilometer hinter Raphael Poiree. Wilhelm musste nach 12,5 km vor 17.000 Zuschauern nur der Russin Olga Saizewa den Vortritt lassen, die sich den Disziplin-Weltcup im Massenstart holte.

Die große Kristallkugel gewann erstmals Sandrine Bailly (Frankreich) mit 847 Punkten vor Wilhelm (833), die für die beiden Ehrenplätze am Samstag 21.000 Euro Preisgeld von der Internationalen Biathlon-Union kassierte, und Olga Pylewa (Russland/830). «Den Gesamtweltcup habe ich mit den schlechten Platzierungen bei der WM verloren. Ich bin trotzdem überglücklich und werde im nächsten Jahr wieder angreifen», kündigte Wilhelm an.

Poiree sicherte sich mit dem dritten Saisonsieg als Trostpflaster im für ihn unbefriedigend verlaufenen Winter den Disziplin-Weltcup im Massenstart und mit 869 Punkten in der Gesamtwertung den dritten Platz hinter dem nun dreimaligen Gesamtsieger Björndalen (923) und dem Oberhofer Fischer (912). «Es tut mir sehr leid, dass Sven heute nicht starten konnte. So wollte ich den Weltcup nicht gewinnen. Dass er krank wurde, ist schade für ihn und unseren Sport», sagte «König Ole» mitfühlend.

Dass der Norweger mit zwölf Siegen bei 20 Starts kein unverdienter Gewinner der großen Kristallkugel ist, bestätigte Bundestrainer Frank Ullrich. «Ole war in dem Winter der weltbeste Biathlet. Doch auch Sven hat sich fantastisch verkauft, mit fünf Siegen und drei WM- Medaillen eine Riesensaison abgeliefert und den Lohn für sein konsequentes Training kassiert», erklärte Ullrich.

In der Saisonwertung wurde Sven Fischer, der für den zweiten Platz 15.000 Euro Preisgeld erhielt, aber für seine konstanten Leistungen bestraft. Er sammelte in allen Rennen bis auf den krankheitsbedingten Ausfall am Samstag Punkte, hatte am Ende mit 928 Zählern sogar fünf mehr als Björndalen auf seinem Konto. Da aber die drei schlechtesten Resultate für die Gesamtwertung gestrichen werden, musste Fischer 16 Punkte für zwei 23. Plätze abgeben, während Björndalen, der sieben Rennen ausgelassen hat, alle Punkte in die Wertung brachte.

Die drei deutschen Männer hatten mit den Podestplätzen im letzten Weltcuprennen nichts zu tun. Bester war Ricco Groß (Ruhpolding) als Zwölfter vor Alexander Wolf (Oberhof/13), die sich damit neben Michael Greis (Nesselwang/26.) und Michael Rösch (Altenberg) die Startplätze für die beiden deutschen Staffeln bei der ersten Mix-WM mit je zwei Damen und Herren über 4 x 6 km am Sonntag sicherten. Bei den Frauen werden wahrscheinlich Kati Wilhelm (Zella-Mehlis), die Tagesfünfte Andrea Henkel (Großbreitenbach), Simone Denkinger (Gosheim) und Katrin Apel (Frankenhain) starten.

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