Deutscher Favorit
L'Equipe sieht Klöden in Paris ganz oben

Frankreichs Sporttageszeitung L'Equipe sieht in Andreas Klöden den Tour-Gewinner 2007. Besonders die noch anstehenden zwei langen Zeitfahren machen ihn für die Franzosen zum Tour-Favorit. Doch bisher war der Astana-Profi auf die Helferrolle festgelegt.

Der Deutsche Andreas Klöden ist für Frankreichs Sporttageszeitung L'Equipe der größte Favorit auf den Tour-Gewinn in diesem Jahr. Die Franzosen sahen vor dem Start zur letzten Alpen-Etappe in Klöden den Anwärter mir den besten Gewinnchancen der 94. Tour de France. Ein wichtiger Grund seien die noch anstehenden zwei langen Zeitfahren.

Hinter Klöden (7 Punkte) wurde der Franzose Christophe Moreau (Ag2r/6) genannt, erst dann folgten der Luxemburger Frank Schleck (CSC) und Astanas Kapitän Alexander Winokurow (je 5) sowie der Däne Michael Rasmussen (Rabobank/4), der am Sonntag das Gelbe Trikot übernommen hatte.

Klöden noch Edelhelfer von "Wino"

Doch Klöden hat bisher seine eigenen Ambitionen für Kapitän Winokurow zurückgestellt und führt weiterhin seine Helferrolle voll aus. "Natürlich besteht auch für mich noch eine Chance, die Rundfahrt zu gewinnen, aber im Moment bin ich dafür da, unseren Kapitän zu unterstützen", so der Vorjahresdritte und Zweite von 2004.

Wie in den Jahren als "Kronprinz" von Jan Ullrich bei Telekom und T-Mobile ist der gebürtige Sachse bei der Tour 2007 einmal mehr nur die Nummer zwei seiner Mannschaft. Solange Winokurow nur den Hauch einer Chance auf den großen Triumph hat, besteht für Klöden Siegverbot.

Der Grund sind die wirtschaftlichen Interessen des Rennstalls, der dank Winokurows Verbindungen von kasachischen Großunternehmen finanziert wird. Generalmanager Marc Biver, der die Schweizer Lizenz für das Team hält, macht denn auch keinen Hehl aus der Ausrichtung seiner Mannschaft: "Die Kapitänsfrage ist keine rein sportliche Entscheidung", sagte der 49-Jährige dem Berliner Tagesspiegel.

Besonders für Verbandspräsident und Verteidigungsminister Daniel Achmetow soll der Toursieger möglichst Winokurow heißen. Der allerdings musste seine Hoffnungen nach einem bösen Sturz auf der fünften Etappe und einem daraus resultierenden Zwei- bis Drei-Minuten-Rückstand auf die schärfsten Konkurrenten bereits zurückschrauben. "Das Podium ist auf jeden Fall noch drin", erklärte der 33-Jährige, für den noch vor dem Tourstart "nur der Sieg" zählte.

Auch Klöden kämpft noch mit den Folgen seines Sturzes und wirkt aber auf den ersten Bergetappen nach Le Grand-Bornand und Tignes stärker als sein Kapitän. "Die Schmerzen zeigen sich vor allem bei scharfen Tempowechseln, aber ich hoffe, dass es bis zum Zeitfahren am Samstag schon besser geht", meint der 32-Jährige, der beim Kampf gegen die Uhr auf der 13. Etappe in Albi am Samstag über 54km zu den Favoriten gehört. Erst wenn Winokurow auch dann noch schwächeln sollte, könnte tatsächlich Klödens Stunde schlagen.

© SID

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