Deutscher Nationalspieler in die NBA
Ohne Pleiß kein Preis

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Pleiß Hoffnungsträger für die EM

Für Pleiß ist der Wechsel nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll. In Barcelona, immerhin einer der besten Vereinsmannschaften, konnte sich der 25-Jährige nicht in der Startaufstellung etablieren. Während seiner Zeit bei den Brose Baskets Bamberg in der deutschen Eliteliga BBL war Pleiß Führungsspieler und gewann mit dem Klub dreimal in Folge Meisterschaft und Pokal. 2012 wechselte er zum dreimaligen spanischen Meister Caja Laboral und überzeugte auch dort. Erst der Wechsel zu Barcelona bremste den steilen Aufstieg.

Die Utah Jazz stecken nach mehreren sportlich verlorenen Jahren im Umbruch, der Deutsche wird hinter dem gesetzten französischen Center Rudy Gobert viel Einsatzzeit von der Bank aus bekommen. Er erhält damit Entwicklungsmöglichkeiten in der besten Liga der Welt. Auch Angreifer Dennis Schröder, der für die Atlanta Hawks spielt, schaffte über die Bank den Sprung in die Startaufstellung des Conference-Finalisten 2015.

Die Nachricht ist nicht zuletzt eine Anerkennung des deutschen Basketballs. Über Jahre waren Ausnahmeerscheinungen wie Detlef Schrempf, Christian Welp und eben Dirk Nowitzki die einzigen DBB-Vertreter in der NBA. Dass nun gleich zwei jüngere Spieler auf Körbejagd gehen, spricht für die Ansprüche des Deutschen Basketballbunds und den Weg hin zur Entwicklung eigener Talente.

„Ich freue mich, dass er jetzt geht, es ist der richtige Zeitpunkt für ihn in seiner Entwicklung“, sagte Bundestrainer Chris Fleming. „Das zeigt, dass wir Spieler produzieren, die das Niveau haben“, so  Fleming zur Bedeutung für den deutschen Basketball, dass zwei Jahre nach Schröder erneut ein junger Profi mit Perspektive nach Übersee wechselt. „Sicherlich ist es gut, dass wir junge Spieler haben, die in den nächsten Jahren NBA spielen und Vorbilder für die nächste Generation sein werden.“

Und es ist ein Fingerzeig für die Europameisterschaft im September. Denn auch dort soll Pleiß, wie in den vergangenen Jahren, eine tragende Rolle spielen. Ob es bei Dirk Nowitzkis wohl letztem großen Turnier als Aktiver zum Erfolg reicht, muss sich im starken Teilnehmerfeld erst noch zeigen. Pleiß dürfte in seiner Entwicklung jedoch von einer glücklichen Fügung profitieren: Alex Jensen, Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, ist zudem Co-Trainer bei den Utah Jazz.

Für Nationalspieler Pleiß ist damit ein abenteuerlicher Weg vorerst beendet. Denn die NBA hatte bereits 2010 ihre Fühler nach dem damaligen Nachwuchsspieler ausgestreckt. Im sogenannten Draft, in dem die Teams sich jeden Sommer mit jungen Spielern aus den US-Colleges und ausländischen Ligen verstärken, wurde Pleiß von den Brooklyn Nets ausgewählt.

Die tauschten die Transferrechte umgehend an die Oklahoma City Thunder. Doch beim Titelaspiranten fand sich kein Platz im Kader. So wurde Pleiß zur Entwicklung in Europa geparkt, zuletzt eben in Barcelona. Im Februar 2015 ertauschten sich die Utah Jazz die Rechte am Nationalspieler. Nun sehen sie die Zeit gekommen, dem noch kleinen Riesen aus Bergisch-Gladbach seinen Traum zu erfüllen.

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