Deutsches America’s-Cup-Team leidet unter Trainingsrückstand
Die Zeitnot als ständigen Begleiter

Die deutsche America’s-Cup-Mannschaft leidet unter Trainingsrückstand. Dabei können zusätzliche Fehler katastrophale Folgen für eine optimale Vorbereitung haben. Allerdings schleichen sich notgedrungen Fehler ein, gerade, wenn man zu wenig Geld und Cup-Erfahrung hat, um alle Risiken zu minimieren.

DÜSSELDORF. Im Hauptquartier des neuseeländischen America´s Cup-Teams im Hafen von Valencia hängt eine riesige Uhr. Sie zählt die noch verbleibenden Tage bis zum Beginn der 32. Auflage des Segel-Spektakels. Wer die Kiwis kennt, weiß, dass sie so nur ihre Euphorie über den baldigen Beginn der Segelschlacht zum Ausdruck bringen wollen. Allerdings könnte man auch eine besonders subtile Form der psychologischen Kriegsführung vermuten. Denn die Tage sind gezählt. Der Cup rückt näher. Bei der hochkomplexen Regatta geht es um Zeit, die man nicht mehr hat, um Fehler auszugleichen, das Boot zu optimieren, Manöver zu perfektionieren. Wer seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, der wird Probleme bekommen im kommenden April, wenn es darum geht, den Herausforderer für den Titelverteidiger „Alinghi“ zu ermitteln.

Es sind die Teams mit den geringen Budgets oder die Syndikate, die relativ spät ihre Kampagne stemmen konnten, die unter chronischem Zeitmangel leiden. Wie auch die Deutschen vom United Internet Team Germany. War das neue Boot anfangs problemlos gesegelt, häuften sich danach die technischen Probleme: mal brach der Mast, dann stellte sich heraus, dass der Kiel nicht stabil war. Die neue High Tech-Yacht mit dem Namen Germany One kam wieder ans Land. Die Trainingsphase auf dem Boot kann nun erst Anfang Januar starten, die Weihnachtsferien für das Team wurden zwar verkürzt. Aber es ist undenkbar, dass die Deutschen diesen Rückstand wieder ausgleichen werden.

„Es ist nicht glücklich gelaufen“, sagt Eberhard Magg, der ehemalige technische Leiter, selbstkritisch. Er hält den Habfinal-Platz, der vor allem von Skipper Jesper Bank anfangs anvisiert worden war, mittlerweile für utopisch. Dieser Ansicht ist nicht nur er. „Wir müssen das Beste daraus machen“, sagt er. Magg ist Optimist und für ihn, wie für viele Segler, ist es überhaupt ein Erfolg, dass es erstmals ein deutsches Team beim America´s Cup gibt. Magg hatte daran maßgeblichen Anteil. Er war einer der Schlüsselpersonen, denen das Team es zu verdanken hat, dass das Syndikat nach der kurzfristigen Bekanntgabe der Cup-Teilnahme sehr schnell in die Gänge kam. Dafür wurden die Deutschen von ihren Kontrahenten bewundert.

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