Deutsches Team will nach dem Sieg gegen Tschechien „richtig durchstarten“
Die neue Freude am Davis Cup

Tommy Haas war der Mann der Stunde. Kerzengerade und irgendwie noch größer als er mit seinen fast 1,90 Metern ohnehin schon ist, verließ er gegen ein Uhr am Montagmorgen als Erster die improvisierte Siegesfeier der deutschen Davis-Cup-Mannschaft im Grand Hotel von Liberec.

HB/sid/dpa LIBEREC. „Wir sind endlich wieder da, wo wir hingehören“, stellte der Held des Tages fest: „Jetzt können wir im nächsten Jahr mal so richtig durchstarten und zeigen, was wir wirklich draufhaben.“ Und auch die Nummer 2 im deutschen Team gab sich kampfbewusst: „Jetzt wollen wir angreifen“, sagte Nicolas Kiefer, der zuvor sein zweites Einzel gegen Tomas Berdyhc in fünf Sätzen verloren hatte.

Durch ein 6:7 (3:7), 7:5, 6:2, 6:0 im abschließenden Einzel gegen Tomas Zib hatte Haas den 3:2-Sieg gegen Tschechien und damit den Wiederaufstieg in die Weltgruppe nach zwei Jahren in der Zweitklassigkeit besiegelt. Vor allem aber hatte er seinen zuletzt etwas ramponierten Ruf als „Mr. Germany“ aufpoliert.

„Was Tommy hier geleistet hat, war irre“, stellte der völlig aufgewühlte Teamchef Patrik Kühnen fest: „Wie er das Match gegen Zib beim Stand von 6:7, 1:4, 0:30 noch gedreht hat, das war der helle Wahnsinn.“ Kühnen, der eigentlich erst im kommenden Februar 40 wird, stufte sein Alter kurz nach dem Matchball „irgendwo so um die 65 ein“. Fast 19 Stunden lang hatte der dreimalige Daviscupsieger an den drei Tagen von Liberec auf der Bank mitgefiebert, gezittert und gebangt in der Hoffnung, dass seine Spieler ihrem großen Ziel im nächsten Jahr wenigstens einmal so nahe kommen wie er.

Das Happyend in Liberec war ein Erfolg des Teams, das Kühnen aus Einzelgängern geschaffen hat. „Die Mannschaft ist gereift. Die Jungs haben kapiert, was abgeht, wenn man gemeinsam fightet. So gesehen ist das hier eigentlich besser als ein 3:0 nach dem Samstag“, sagte der frühere Davis-Cup-Gewinner, der für 2006 auf ein gutes Los am Donnerstag in Paris hofft. Der Halbfinal-Einzug der Weißrussen 2004 und der Durchmarsch der Slowaken zeigt aus Kühnens Sicht, dass auch seine Schützlinge dieses Potenzial haben. Möglich wären Heimspiele gegen die USA, Australien, Argentinien, Spanien oder Slowakei und Kroatien. Aber auch Auswärtsspiele in Russland oder Chile drohen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%