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Deutsches Trio heiß auf „Grüne Hölle“

Vom glamourösen Spielerparadies in die „Grüne Hölle“. Doch für das deutsche Formel-1-Trio bleibt das Rennen auf dem Nürburgring ein himmlisches Vergnügen.

dpa NüRBURGRING. Vom glamourösen Spielerparadies in die "Grüne Hölle". Doch für das deutsche Formel-1-Trio bleibt das Rennen auf dem Nürburgring ein himmlisches Vergnügen.

"Der Kurs liegt so nah an meiner alten Heimat Kerpen, dass man unwillkürlich noch etwas motivierter ist als sowieso schon", sagt Rekord-Weltmeister und Ferrari-Pilot Michael Schumacher. Auch Bruder Ralf gerät beim Gedanken an den Großen Preis von Europa ins Schwärmen. "Es ist ein spezieller Ort für mich", sagt der Toyota-Fahrer, während sich der Mönchengladbacher BMW-Williams - Pilot Nick Heidfeld auf "so viele Fans wie nirgendwo sonst" freut.

Der Zwist der Schumacher-Brüder in Monte Carlo und der grandiose zweite Platz von Heidfeld waren die beste Werbung für den Grand Prix in der Eifel. "Seit Monaco boomt es noch einmal richtig", sagte Walter Kafitz, Geschäftsführer der Nürburgring Gmbh. In den vergangenen Jahren bekam auch der Nürburgring die wirtschaftlich schwierige Situation in Deutschland zu spüren. In den vergangenen beiden Jahren waren die Zuschauerzahlen auf dem Traditionskurs zurückgegangenen.

2004 pilgerten nur noch 229 000 Formel-1-Fans an dem Rennwochenende zum Ring. Vor allem Unternehmen, die in der Vergangenheit große Karten-Kontingente aufgekauft hatte, hielten sich zurück. Dabei hatten die Ring-Verantwortlichen das Rahmenprogramm mächtig aufgepeppt. Und auch in diesem Jahr soll mit Besuchen in der Boxengasse oder "Taxifahrten" um die Strecke mit Formel-1-Piloten am Steuer die Klientel bei Laune gehalten werden.

Doch vor allem mit reduzierten Preisen versuchen die Verantwortlichen in diesem Jahr, den Negativtrend zu stoppen. So können zwei Erwachsene plus Kind statt wie im Vorjahr für 470 nun für 300 Euro am gesamten Wochenende Rennluft schnuppern. Die Formel 1 wird zum Billigangebot. Am Freitag dürfen Schüler in Begleitung von Erwachsenen kostenlos an die Strecke. Rund 30 000 Kinder werden erwartet.

Kafitz sieht sich bestätigt in seiner Strategie. Er rechnet für das kommende Wochenende mit insgesamt rund 290 000 Besucher. Im Vorverkauf wurden 20 Prozent mehr Karten abgesetzt als 2004. Doch an die Rekordzahl von 2002, als am gesamten Rennwochenende über 350 000 Zuschauer in die Eifel strömten, ist derzeit nicht zu denken.

Mit großen Gewinnen kann Kafitz an einem Formel-1-Rennwochenende ohnehin nicht rechnen. Größter Kostenfaktor ist die Gebühr für das Fahrfeld. Die Nürburgring Gmbh muss nach Schätzungen über 15 Mill. Euro an Formel-1-Chef Bernie Ecclestone überweisen. Einzige Einnahmenquelle ist der Kartenverkauf. Geld aus Sponsoring, Merchandising und Hospitality fließen in die Formel 1.

Dennoch ist die Formel 1 als Imageträger für das Unternehmen Nürburgring unverzichtbar. Auch für die Region ist die Formel 1 ein Wirtschaftsfaktor. 60 Mill. Euro werden an einem Wochenende umgesetzt, zehn Mill. Euro bleiben als Gewinn. Die Strecke selbst schafft direkt 500 Arbeitsplätze, indirekt sogar 2 500. Seit 1995 flossen dank der Formel 1 rund 100 Mill. Euro an Mehrwertsteuern in die Kassen des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz.

Dass das Rennen als einer von zwei deutschen Grand Prix - der zweite wird am 24. Juli auf dem Hockenheimring ausgefahren - möglicherweise einmal wegen der Erschließung neuer Länder wie Indien, Mexiko oder Russland aus dem Rennkalender der Formel 1 fällt, glaubt Nürburgring-Geschäftsführer Kafitz nicht. Vorerst jedenfalls scheint die Zukunft gesichert; bis 2009 läuft der Vertrag mit Bernie Ecclestone. Außerdem seit der Nürburgring mehr als eine Rennstrecke, findet Kafitz: "Er ist Mythos."

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