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Deutschland-Achter holt Gold in Luzern

Beim Weltcup-Finale in Luzern hat der Deutschland-Achter die einzige Goldmedaille für die deutschen Ruderer gewonnen. Das deutsche Großboot verwies in 5:27:32 Minuten das Team aus Italien auf den zweiten Platz.

Der Deutschland-Achter hat beim Weltcup-Finale in Luzern für die einzige Goldmedaille der deutschen Ruderer gesorgt. Bei der Rotsee-Regatta feierte die Mannschaft von Bundestrainer Dieter Grahn ihren zweiten Saisonsieg und sicherte sich damit den Triumph im Gesamtweltcup vor Italien. Das deutsche Großboot setzte sich in 5:27,32 Minuten mit einer Bootskastenlänge vor der "Squadra Azzurra" durch und polierte damit die magere Bilanz des Deutschen Ruderverbandes (DRV) auf. Einmal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze bedeuteten sieben Wochen vor der Weltmeisterschaft in Japan (28. August bis 4. September) das schlechteste Rotsee-Ergebnis seit Einführung des Weltcups vor sieben Jahren.

"Wir haben alles richtig gemacht"

Sportdirektor Michael Müller war dennoch zufrieden. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Mit der Entscheidung, viele junge Leute in die Boote zu bringen, haben wir alles richtig gemacht", sagte Müller. Doch im Gesamteindruck scheint der DRV trotz der abermals mühelosen Titelverteidigung im Nationen-Weltcup noch weit von seiner WM-Form entfernt. Denn außer dem Achter stachen keine weiteren Trümpfe. Weder Ex-Weltmeister Marcel Hacker (Frankfurt) noch die viermalige Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam) schafften im Einer den Sprung aufs Treppchen.

Der Achter genoss dagegen nach zuletzt drei zweiten Plätzen in Luzern in Folge die Rückkehr auf den Rotsee-Thron in vollen Zügen. "Nur wenn man auf dem Rotsee gewinnt, ist man ein richtiger Mann. Ich bin stolz auf die Jungs", sagte Dieter Grahn nach dem packenden Zweikampf mit Italien, das den Deutschen beim Weltcup in München die bisher einzige Saisonniederlage beigebracht hat.

Hacker verlor das Gelbe Trikot

Marcel Hackers Hoffnungen auf den dritten Weltcup-Gesamtsieg seiner Laufbahn erfüllten sich hingegen nicht. Der 28-Jährige kam nicht über Rang vier hinaus und verlor das Gelbe Trikot des Gesamtführenden noch an den Tschechen Ondrej Synek. Synek feierte auf dem Rotsee seinen zweiten Saisonsieg vor dem Neuseeländer Mahe Drysdale und Olympiasieger Olaf Tufte (Norwegen).

Völlig erschöpft erlitt Hacker, der 2002 und 2003 den Weltcup gewonnen hatte, am Bootssteg einen Kollaps und musste minutenlang ärztlich betreut werden. "Ich bin an meine Leistungsgrenze gegangen und zufrieden mit mir. Schließlich waren hier nur Topleute am Start. Ich bin keine Maschine", sagte der gebürtige Magdeburger. Für die WM ist Hacker aber gesetzt. Der vom DRV initiierte, aber ungleiche Zweikampf mit dem Berliner Robert Sens war bereits vor Luzern zugunsten des Olympiasiebten entschieden.

Boron erlebt Einer-Debakel

Die viermalige Olympiasiegerin Kathrin Boron verkündete unterdessen ihren Verzicht auf einen WM-Startplatz im Skiff, nachdem sie mit Platz vier hinter ihren eigenen Erwartungen zurückgeblieben war. "Das war definitiv mein letztes Rennen im Einer", sagte die 35-Jährige. Mit fast 20 Sekunden Rückstand auf Siegerin Jekaterina Karsten (Weißrussland) erlebte die erfolgreichste Skullerin der Welt ein regelrechtes Debakel. Eine WM-Medaille im Einer rückte somit in weite Ferne. Jetzt tendiert Boron zum Doppelzweier.

Die erfolgsverwöhnten Skullerinnen, die in Athen alle vier Medaillen des DRV gewannen, erlebten weitere Enttäuschungen. Der favorisierte Leichtgewichts-Doppelzweier mit Daniela Reimer und Marie-Luise Dräger (Potsdam/Rostock) musste sich im Kampf um Gold deutlich den Chinesinnen geschlagen geben und wurde Zweiter. Der Doppelvierer belegte nur Platz vier, der Doppelzweier mit Magdalena Schmude und Peggy Waleska (Berlin/Dresden) landete nur auf dem fünften Platz.

Deutschland gewinnt Nationen-Wertung

Erfreulich war dafür Platz zwei des Doppelzweiers mit Christian Schreiber und Rene Burmeister (Halle/Rostock) hinter Slowenien. Auch der leichte Vierer ohne Steuermann rückte durch Silber hinter Irland in die Rolle eines Medaillenanwärters in Japan. Der Frauen-Achter gewann Bronze. Allerdings gehörten nur fünf Boote zum Feld. Die Nationen-Wertung entschied Deutschland mit 153 Punkten zum achten Mal in Folge deutlich vor Großbritannien (111) und Italien (73) für sich.

© SID

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