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Deutschland-Achter holt sich Bronze

Bei den Ruder-Weltmeisterschaften im japanischen Gifu gab es für den Deutschland-Achter Bronze. Das Team um Schlagmann Andreas Penkner überquerte mit einer Länge Rückstand hinter Olympiasieger USA und Italien das Ziel.

Der Deutschland-Achter hat sich bei den Ruder-Weltmeisterschaften im japanischen Gifu die Bronzemedaille erkämpft. Die ambitionierte Mannschaft um Schlagmann Andreas Penkner (Radolfzell) überquerte in einem hochklassigen Finale mit einer Länge Rückstand hinter Olympiasieger USA und Italien die Ziellinie.

Magere DRV-Bilanz

Immerhin polierte der Achter mit der vierten Medaille für den Deutschen Ruderverband (DRV) die magere Bilanz in den olympischen Bootsklassen auf. Zwar positionierte der DRV im Jahr eins des personellen Umbruchs mit 20 Abgängen aus der Olympiamannschaft zehn Boote in den Finals. Doch Gold gab es nur durch den leichten Doppelzweier mit Marie-Louise Dräger (Rostock) und Daniela Reimer (Potsdam). Sportdirektor Michael Müller gab zu: "Den Anschluss an die Weltspitze haben wir nur teilweise geschafft." Bis Olympia 2008 bleibt dem DRV viel Arbeit.

Für den Achter reichte es erneut nicht zum großen Wurf in diesem Jahr. "Wann wollen wir denn endlich Gold gewinnen, wenn wir es nicht einmal hier schaffen?", sagte Achter-Ruderer Thorsten Engelmann (Berlin).

Selten schien das traditionsreiche Großboot so nah am ersten WM-Triumph seit 1995 wie in dieser Saison. Doch nach Weltcup- und souveränem Vorlaufsieg in Gifu bekamen die Athleten aus dem Leistungsstützpunkt Dortmund im wichtigsten Rennen des Jahres ihre Kraft nicht ins Wasser und das Boot nie richtig in Fahrt.

Im Endspurt fehlte die Kraft

"Wir haben die Wucht nicht in den Schlag bekommen", sagte Andreas Penkner. Die Folge war ein schneller Rückstand von einer halben Länge auf die USA. Lange Zeit lag das deutsche Boot gleichauf mit Italien in Lauerstellung. Doch im Endspurt fehlte die Kraft, die auf den 1 500 Metern zuvor wirkunglos im Nagara-Fluss verpufft war. Auch Silber ging in diesen Augenblicken verloren.

"Wir hatten eine andere Erwartungshaltung, die auch berechtigt war nach unserer Saison. Aber so ist der Sport. Wir haben das Rennen auf den letzten 500 Metern verloren", sagte Cheftrainer Dieter Grahn.

Die langen Gesichter der Achter-Crew passten zum deutschen WM-Verlauf, die für den DRV unter dem Motto "Pleiten, Pech und Pannen" stand. Erst kollidierte Marcel Hacker im Einer-Finale am Samstag mit einem Stück Treibholz und musste sich nach einem erfolglosen Protest mit Rang sechs begnügen. Am Sonntag dann verschenkte der Frauen-Doppelvierer die sichergeglaubte Goldmedaille, weil ausgerechnet der viermaligen Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam) bei 1 300 Metern das rechte Skull aus der Hand rutschte.

"Das ist mir in meiner gesamten Laufbahn noch nie passiert", sagte Boron, die in Tränen ausbrach und weiter auf ihren neunten WM-Titel warten muss. Durch das Missgeschick der 35-Jährigen verlor der deutsche Vierer schätzungsweise eine halbe Länge und damit das Rennen. Sieger Großbritannien lag im Ziel nur um eine Bootsspitze vor den deutschen Frauen. Auch Britta Oppelt ärgerte sich: "Wenn man das Ding eigentlich schon im Sack hat, kann man mit so einer Medaille nicht zufrieden sein."

Das Glück der Tüchtigen hatte das Goldgespann Marie-Louise Dräger und Daniela Reimer. Das Duo siegte knapp vor den USA und Finnland und setzte die Siegesserie des Bootes fort, das 2003 Weltmeister und 2004 Olympiasieger wurde.

"Wir haben gleich auf die Anzeigetafel geschaut, weil wir einen Augenblick lang gar nicht wussten, ob wir vorne lagen", sagte Marie-Louise Dräger. Durch ihren Triumph verhinderten die beiden jungen Frauen die erste titellose Weltmeisterschaft für den DRV seit der Wiedervereinigung. Die vierte Medaille für den Verband hatten bereits am Samstag mit Bronze Christian Schreiber und Rene Burmeister (Halle/Rostock) im Doppelzweier gesichert.

Eine indiskutable Vorstellung lieferte der Doppelvierer mit drei früheren Weltmeistern im Boot ab, der abgeschlagen Rang sechs belegte. Der leichte Vierer ohne Steuermann zog in der stark besetzten Konkurrenz erneut in einem wichtigen Rennen den Kürzeren und ging als Fünfter leer aus. Der junge Frauen-Achter schlug sich wacker, musste aber mit Platz sechs Vorlieb nehmen. Ebenfalls Rang sechs belegte der leichte Männer-Doppelzweier.

In den nichtolympischen Bootsklassen holte der Vierer ohne Steuerfrau Silber, der Vierer mit Steuermann gewann Bronze.

© SID

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