Deutschland-Achter in Rio
Die Gold-Garanten

Die Doppelvierer-Teams haben vorgelegt – nun erwarten Fans wie Funktionäre vom Deutschland-Achter der Ruderer nur eines: Gold in Rio. Das Team um Schlagmann Hannes Ocik ist es gewohnt, mit diesem Druck umzugehen.

DüsseldorfEs war das schlechteste Ergebnis des Deutschen Ruderverbandes (DRV) seit der Wiedervereinigung: Von zehn Booten, die in diesem Jahr bei Olympia in Rio an den Start gingen, gelang nur dreien der Einzug ins Finale. Doch dort trumpfte das Frauen- wie das Männerteam im Doppelvierer groß auf. Beide holten Gold.

Angesichts dieser Erfolge erwarten Fans wie Funktionäre nun auch Gold von der letzten verbliebenen Medaillen-Hoffnung des deutschen Ruderverbands: Der Deutschland-Achter um Schlagmann Hannes Ocik kämpft am Samstagnachmittag (16.24 Uhr europäischer Zeit) auf der Lagoa Rodrigo de Freitas um den Olympia-Sieg.

Immerhin vier Sportler aus der Mannschaft haben dieses Gefühl bereits hautnah erleben dürfen: Richard Schmidt, Maximilian Reinelt, Andreas Kuffner und Steuermann Martin Sauer waren schon beim Olympia-Sieg des Achters 2012 in London dabei. Und auch die übrigen fünf Ruderer wurden bestens auf die Druck-Situation eines olympischen Finales vorbereitet.

Denn die Auswahl für den Deutschland-Achter ist das Härteste, was der Deutsche Ruderverband zu bieten hat. Coach Ralf Holtmeyer (60) ist ein Trainer der alten Schule. Er setzt auf knallharten Konkurrenzkampf. Der Kader umfasst 20 Kandidaten. Sie trainieren in Zweier-Teams, treten in unzähligen Tests auf dem Ruder-Ergometer und im Riemen-Zweier am Olympia-Stützpunkt in Dortmund gegeneinander an. So lange, bis Holtmeyer sein Team gefunden hat.

Seine Trainingsmethoden haben sich bewährt: Schon 1988 in Seoul führte der Trainer das Flagschiff des DRV zu olympischem Gold. 2012 konnte er den Erfolg in London wiederholen. In Rio ist die Titelverteidigung daher das einzige Ziel.

Größter Konkurrent dürfte dabei der Achter aus Großbritannien sein. Deutsche wie Briten gewannen jeweils souverän ihre Vorläufe, also die Qualifikation für das Finalrennen am Samstag. Doch die Jungs von der Insel waren über die Distanz von 2000 Metern fast vier Sekunden schneller als die Deutschen – im Rudern ein durchaus deutlicher Vorsprung. Zudem fügten die Briten dem deutschen Paradeboot seit den olympischen Spielen von London eine Reihe schmerzhafter Niederlagen zu. Sie gewannen seit 2013 alle Weltmeisterschaften – jedes Mal landete die deutsche Auswahl auf Rang zwei.

„Ich erwarte ein Duell um Gold zwischen Deutschland und Großbritannien“, sagt auch Schlagmann Hannes Ocik. „Sie sind von der Physis im Vorteil, aber wir haben eine absolute Willensstärke und sind technisch sehr stark. Wir werden um jeden Meter kämpfen“, verspricht er. Zusätzlichen Druck durch die Siege der DRV-Vierer verspürt er nicht: „Die Siege der Doppelvierer motivieren uns für Samstag, den Schwung wollen wir jetzt mitnehmen.“

Sein Team-Kollege Eric Johannesen gibt sich ebenfalls ruhig und sachlich: „Wir müssen unsere Hundert Prozent abrufen. Wenn das passiert, können wir mit jeder Platzierung leben.“ Die Erwartungshaltung spricht auch für den Coach keine Rolle. „Was die anderen erwarten ist zwar interessant, aber nicht so wichtig“, sagt Holtmeyer.

Die Taktik klingt dabei erstaunlich einfach: Am Start gut wegkommen und das Rennen von Beginn an kontrollieren. „Die anderen müssen dauernd denken: Die Deutschen sind noch immer vorne“, sagt Olympia-Sieger Johannesen. „Hinten raus kommt uns unsere Sprintfähigkeit dann zu Gute, da wollen wir es entscheiden.“ Der Endspurt gilt als besondere Stärke. Doch Johannesen warnt: „Es muss klar sein, dass es sehr knapp ist.“

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