Deutschland-Cup als Prüfstein für DEB-Cracks
Mit voller Wucht

Beim Deutschland Cup bereitet sich die Eishockey-Nationalmannschaft ab Donnerstag auf die Weltmeisterschaft 2007 vor. Bundestrainer Uwe Krupp nimmt diese Herausforderung an, obwohl sein Optimismus im Vorfeld des Einladungsturniers „etwas gebremst“ ist.

NÜRNBERG. Sein Mobiltelefon bereitete Uwe Krupp am Montag wiederholt sorgenvolle Momente. Jeder Anruf löste in dem Eishockey-Bundestrainer die Befürchtung aus, eine weitere Absage eines seiner Spieler übermittelt zu bekommen. Doch Krupp blieb von weiterem Unglück verschont, am Abend durfte er in einem Hotel in Hannover insgesamt 28 Spieler begrüßen.

Diese Spieler sollen von Donnerstag an „im Kleinen üben, was sie später auch bei der Weltmeisterschaft erwarten wird“, sagt Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Nämlich „lernen, mit dem Druck umzugehen, dass schon eine Niederlage das Ende aller Träume bedeuten kann“. Zu diesem Zweck wurde der Modus des Einladungsturniers um den Deutschland Cup auf den Stand von 1995 gebracht (siehe unten: „Der Deutschland Cup in Hannover").

An der deutschen Zielsetzung änderten die insgesamt vier Absagen nichts. Auch ohne Verteidiger Sascha Goc, dem eine alte Kreuzbandverletzung im Knie zu schaffen macht, sowie die Stürmer Tino Boos (wird Vater), Florian Busch (ausgekugelte Schulter) und Sebastian Furchner (Muskelfaserriss im Oberschenkel) bleibt ein Platz unter den ersten Vier die Vorgabe. „Das zu erreichen ist ein Muss“, sagt Reindl. Schließlich ist der Deutschland Cup das vorletzte Vorbereitungsturnier auf die A-Weltmeisterschaft in Russland im April kommenden Jahres.

Bundestrainer Krupp nimmt diese Herausforderung an, obwohl sein Optimismus im Vorfeld des Deutschland Cups „etwas gebremst“ ist. Denn in Sascha Goc steht der Ausfalls eines Spielers zu beklagen, „der nicht nur im immer wichtiger werdenden Powerplay sehr effektiv sein kann“ (Krupp). Den Verteidiger stellt der mit Sonderlob sparsame Bundestrainer wegen seiner Gefährlichkeit in der Offensive und Verlässlichkeit in der Defensive inzwischen sogar auf eine Stufe mit den in der nordamerikanischen Profiliga NHL tätigen Marco Sturm oder Jochen Hecht. Sie nennt Krupp „Spieler, auf die wir nicht verzichten können“.

Über alle Personalsorgen hinaus scheint die angestrebte Teilnahme am Spiel um Platz drei dennoch realistisch. Schon im Auftaktspiel am Donnerstag können die Weichen entsprechend gestellt werden, immerhin ist Gegner Japan der in der Weltrangliste am niedrigsten notierte Turnierteilnehmer. Der durchaus bewusst herbeigeführte Nebeneffekt dieser Partie sei, „zu lernen, Spiele zu gewinnen von denen jeder Fan zu Recht erwartet, dass wir sie gewinnen“, erklärt Reindl, warum die international zweitklassigen Asiaten erstmals eine Einladung erhielten.

Allerdings warnt Alexander Barta seine Kollegen vor allzu großer Selbstgewissheit. „Wir haben bei der B-WM gesehen, wie schwer es gegen sie werden kann, wenn wir halbherzig an die Sache herangehen. Wir dürfen deshalb nicht überheblich und nicht übermütig sein, sondern wir müssen als Mannschaft kompakt und konzentriert spielen“, sagt der Mittelstürmer, der trotz seiner erst 23 Jahre in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) schon zu den Kapitänen der Hamburg Freezers gehört.

Seite 1:

Mit voller Wucht

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%