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Deutschland holt mit Kantersieg EM-Bronze

Durch einen 9:1 (4:1)-Kantersieg über Belgien hat sich die deutsche Hockey-Nationalmannschaft die Bronzemedaille bei der EM in Leipzig gesichert. Florian Keller war dabei mit drei Treffern erfolgreichster Torschütze.

Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft hat die Europameisterschaft in Leipzig noch mit einem Erfolgserlebnis abgeschlossen. Durch einen 9:1 (4:1)-Kantersieg über Belgien haben die Hockey-Herren die Bronzemedaille gewonnen. Einen Tag nach dem in letzter Minute 2:3 gegen Spanien verlorenen Halbfinale verabschiedete sich der Weltmeister und sechsmalige Europameister mit einer starken Leistung von den 5 000 Zuschauern.

"Ich war sehr unzufrieden nach dem Spanien-Match. Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren. Wir müssen in allen Mannschaftsteilen zehn Prozent besser werden, wenn wir im nächsten Jahr wieder ganz vorne stehen wollen", bilanzierte Bundestrainer Bernhard Peters.

Ein Jahr vor der Heim-WM in Mönchengladbach (6. bis 17. September) sah Teamkapitän Timo Weß seine mit neun U23-Spielern verjüngte Truppe "auf sehr gutem Entwicklungsweg. Wir sind noch nicht optimal eingespielt und können mit der EM zufrieden sein."

Die EM-Finalisten aus den Niederlanden und Spanien sicherten sich die zwei in Leipzig zu vergebenden Tickets für die WM 2006, für die das DHB-Team als Gastgeber und Titelverteidiger gesetzt ist.

Beim mit fünf Treffern - drei davon im kleinen Finale gegen Belgien - besten deutschen EM-Torschützen Florian Keller hielt sich der Medaillen-Spaß in Grenzen: "Ich hätte so gerne im Endspiel gestanden, aber wir waren im entscheidenden Moment nicht stark genug. Wir werden jetzt zusammen ein paar Bier trinken und versuchen, uns trotzdem zu freuen."

Im Spiel um Platz drei zeigten sich die EM-Gastgeber 18 Stunden nach der Niederlage gegen Spanien gut erholt. Niklas Meinert (10.) und Florian Keller (11.) brachten mit einem Doppelschlag innerhalb weniger Sekunden die Mannschaft des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) auf die Siegerstraße. Noch jeweils zweimal Keller (22. und 51.) und Christopher Zeller (39., Siebenmeter und 42.), Carlos Nevado (19.), Sebastian Biederlack (56.) und Oliver Markowsky (60.) trugen sich außerdem in die Torschützenliste ein.

Den siebten Titel in der Geschichte seit 1970 musste der deutsche Rekord-Europameister 47 Sekunden vor Abpfiff des Halbfinales abhaken, als dem Spanier Pol Amat nach einer umstrittenen Strafecke der Siegtreffer gelang. "Gegen die Spanier kann man mal verlieren. Wir waren bitter enttäuscht, haben aber zurückgefightet und uns mit neun Toren gegen Belgien beim fantastischen Publikum bedankt", meinte Zeller.

"Natürlich hätte der Final-Einzug dem Veranstelter gut zu Gesicht gestanden. Unsere Mannschaft hat sich aber so präsentiert, dass wir hoffnungsvoll der WM entgegenblicken können. Ich wünsche mir, dass wir dann das Halbfinale gewinnen", sagte DHB-Präsident Stephan Abel.

Ausschließlich freudige Gesichter gab es im Umfeld. "Es war eine absolut wundervolle EM auf höchstem organisatorischen Niveau. Wir freuen uns bereits auf die WM 2006 in Mönchengladbach", sagte die Präsidentin des Hockey-Weltverbandes FIH, Els van Breda Vriesman. Der Leipziger OK-Chef Gerhard Langner zählte statt der minimal erwarteten 10 000 insgesamt fast 20 000 Zuschauer. "Damit konnten wir nicht rechnen, nun kommen wir finanziell gut über die Runden."

© SID

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