Deutschland-Tour
Tischtennis schlägt in neuen Hallen auf

Mit einer Deutschland-Tour wirbt die Deutsche Tischtennis-Bundesliga (DTTL) um neue Zuschauer. In rund 25 Tausender-Hallen sollen die Ballkünstler um den internationalen Star Tim Boll nicht nur die Fans begeistern, sondern auch neue Sponsoren gewinnen. Das Interesse hält sich bisher jedoch in Grenzen.
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HAMBURG. Es ist ein neues Kapitel der Sportgeschichte, das Anfang September in der beschaulichen Kleinstadt Ilshofen eingeläutet wurde. Die Tischtennis-Bundesliga (DTTL) war zu Gast in der 6 000 Einwohner zählenden Gemeinde auf der Hohenloher Ebene. Es war der Auftakt einer Deutschland-Rundfahrt der Liga, die bis zum Sommer 2010 an 25 Stationen Halt machen wird. Erstmals verlässt damit eine deutsche Profisportart ihre eigenen Hallen und geht mit den regulären Ligaspielen auf Reisen.

Die Münchener Agentur Contenthouse, die seit zwei Jahren als exklusiver Rechtepartner der höchsten deutschen Tischtennisklasse auftritt, hat das Projekt initiiert. "DTTL on Tour" heißt die Rundfahrt, die dem Tischtennis neue Zuschauergruppen und Einnahmequellen erschließen soll. Doch bereits der Auftakt war für die Organisatoren enttäuschend. Zu einem Ticketpreis von 19,75 Euro kamen gerade einmal 600 zahlende Zuschauer in die Arena Hohenlohe, in der sonst bis zu 2 000 Menschen Platz finden.

Damit lag die Besucherzahl genau im Durchschnitt der vergangenen DTTL-Saison. Contenthouse musste feststellen, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden und bezeichnete die Wahl des Austragungsorts als "Fehler".

Dennoch sind bereits weitere Veranstaltungen geplant, in Arenen mit einem Fassungsvermögen von 1 500 bis 3 000 Zuschauern. Benno Neumüller, Geschäftsführer von Contenthouse, sieht darin den richtigen Schritt, das "Investitionsprojekt Tischtennis" nach zwei Jahren endlich zu einem profitablen Geschäft zu machen. "Die Qualität des Produkts Tischtennis als Event ist bislang eher dürftig", sagt Neumüller.

Dem dürften wohl auch die einzelnen Klubs nicht widersprechen. Dennoch fehlt es dem mutigen Projekt an Rückhalt in den eigenen Reihen. So soll sich bislang keiner der zehn DTTL-Vereine vertraglich zu der Teilnahme an der Serie verpflichtet haben. Es gebe aber viele mündliche Zusagen, sagt Neumüller.

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