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DFB-Frauen heiß auf EM-Start gegen Norwegen

Der drohende Ausfall der verletzten Spielführerin Birgit Prinz bereitet den deutschen Fußball-Frauen vor dem EM-Auftakt gegen Norwegen arges Kopfzerbrechen.

dpa PRESTON. Der drohende Ausfall der verletzten Spielführerin Birgit Prinz bereitet den deutschen Fußball-Frauen vor dem EM-Auftakt gegen Norwegen arges Kopfzerbrechen.

Die Weltfußballerin mochte das Geheimnis um ihre Fitness und ihren Einsatz gegen den wohl stärksten Gegner der Gruppe B in Warrington nicht lüften. "Ich mache gute Fortschritte, aber unsere Planung ist auf das zweite Spiel am Donnerstag gegen Italien ausgerichtet. Wir werden ja sehen", sagte Prinz. Zwar arbeitete sie erstmals seit ihrer Muskelzerrung am Wochenende wieder mit dem Ball, das komplette Training in Preston machte sie aber nicht mit. "Birgit spielt nur, wenn sie absolut fit ist", sagte Bundestrainerin Tina Theune-Meyer.

Im DFB-Pokalfinale gegen Turbine Potsdam musste Birgit Prinz vom deutschen Meister 1. FFC Frankfurt nach 25 Minuten vom Feld, weil der Oberschenkel zwickte. Seitdem verbrachte die Stürmerin mehr Zeit beim Arzt und bei den Physiotherapeutinnen als auf dem Platz: Aquajogging, Massagen, Whirlpool und leichtes Laufen, mehr ging nicht. "Ich weiß noch nicht, ob sie spielen kann. Wir müssen abwarten", beteiligte sich Tina Theune-Meyer am Rätselraten. Die Cheftrainerin ließ sich beim Aufstellungspoker für das Auftaktspiel bei der EM in England nicht in die Karten schauen und auch den norwegischen Kollegen Bjarne Berntssen im Unklaren.

Erst nach dem Abschlusstraining im Halliwell-Jones-Stadion will sich die 27-Jährige mit Trainerinnen und Medizinern beraten, ob ihr Einsatz Sinn macht. "Es bringt absolut nichts, wenn ich auflaufe, die Verletzung aufbricht und ich für das ganze Turnier ausfalle. Das wäre idiotisch", sagte Prinz. Falls die Topstürmerin ihr 135. Länderspiel (83 Tore) verschieben muss, schlägt vielleicht die Stunde von Inka Grings. Die formstarke Duisburgerin, die zuletzt einige große Turniere wegen Verletzungen verpasste, bewirbt sich mit Prinz, Sandra Smisek (FSV Frankfurt) sowie Anja Mittag und Petra Wimbersky (beide Potsdam) um zwei Plätze im Angriff.

Die übrigen Positionen dürften vergeben sein: Im Tor steht Silke Rottenberg, die Viererabwehrkette bilden Kerstin Stegemann, Steffi Jones, Ariane Hingst und Sandra Minnert. Im Mittelfeld agieren Kerstin Garefrekes, Pia Wunderlich, Renate Lingor und Conny Pohlers. Theune-Meyer, die 13 Weltmeisterinnen von 2003 mit auf die Insel nahm, setzte bei der Auswahl des Kaders auf Erfahrung und Variabilität. "Das Schöne ist, dass wir viele Möglichkeiten haben", sagte die 51 Jahre alte Trainerin vor ihrem letzten großen Turnier.

Ein Sieg gegen das junge Team aus Skandinavien wäre der erste Etappensieg auf dem Weg zum sechsten Gold bei der neunten Europameisterschaft. "Wir wollen unseren Titel erfolgreich verteidigen", sagte Renate Lingor. Von der Spielmacherin hängt viel ab. Im Cup-Finale konnte sie ihre Rolle als Dreh- und Angelpunkt nicht ausfüllen, prompt kam Frankfurt mit 0:3 unter die Räder. Gemeinsam mit den insgesamt acht Potsdamerinnen soll es bei der EM besser klappen. Die Müdigkeit sei "abgeschüttelt", der Kopf wieder frei für Großtaten, betonte Lingor. Dem schaurigen Wetter mit Regen und Temperaturen um 14 Grad gewinnt sie sogar etwas Positives ab: "Es ist hier wenigstens nicht so heiß wie in Berlin."

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