DFL: Bundesligisten finanziell aus der Talsohle

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DFL: Bundesligisten finanziell aus der Talsohle

Der Schuldenberg in den Fußball-Bundesligen ist nach einem Bericht des Sportmagazins "Kicker" auf rund 800 Mill. Euro angewachsen.

dpa DüSSELDORF. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hält die beiden Bundesligen für finanziell gut aufgestellt. Bei rund 698 Mill. Euro liegen die Verbindlichkeiten der 36 Profi-Vereine.

Außerdem sind etwa 72 Mill. Euro an Rückstellungen bilanziert, hieß es in einer Mitteilung. Damit reagierte die DFL auf einen Bericht des Sportmagazins "Kicker" über eine angebliche Schuldenlast der Profi-Ligen von rund 800 Mill. Euro.

"Die Vereine und Kapitalgesellschaften der Bundesliga und 2. Bundesliga haben ihre Talsohle durchschritten und sind langfristig gut aufgestellt, weil sie vermehrt in die Zukunft investieren", erklärte Wilfried Straub, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung. Gerade auch im internationalen Vergleich stehe der deutsche Profi-Fußball glänzend da, "weil er seine Lehren aus der Kirch-Krise gezogen und diese auch entsprechend umgesetzt hat".

Der Umsatz im Lizenzfußball sei allerdings von 1,358 Mrd. auf 1,275 Mrd. Euro gesunken. Der Grund dafür seien vor allem fehlende Einnahmen aus den internationalen Wettbewerben.

Eine Reihe von Fakten zeigten, dass die Bundesligisten nachhaltig wirtschafteten und die Finanzen auf einem soliden Fundament stünden. So haben die 36 Clubs des Ligaverbandes im Schnitt ein positives Ebitda (Erträge vor Zinsen, Steuern vor Abschreibungen) von 2,25 Mill. Euro. 19 Vereine und Kapitalgesellschaften konnten zudem ein positives Ergebnis nach Steuern vorweisen, teilte die DFL mit. Außerdem hätten die "Personalkosten Spielbetrieb" bis auf 45,2 Prozent in der Bundesliga und 38,7 Prozent in der 2. Liga gesenkt werden können. Zum Vergleich: In der englischen Premier League liegt dieser Personal-Posten bei 61 Prozent, in der italienischen Serie A bei 76 Prozent (Saison 2002/2 003).

Reduziert wurde laut DFL die Abhängigkeit der Bundesliga von den einzelnen Einnahmequellen wie Fernseh-Gelder. Der Anteil der TV-Erträge an den Gesamterträgen sank von 31,77 auf 26,73 Prozent. "Damit ist der Sektor Werbung/Sponsoring, auf dem die Bundesliga europaweit die Nummer eins ist, erstmals mit einem Anteil von 30,54 Prozent führend", teilte die DFL mit.

"Ich glaube nicht, dass die Schulden auf Rekordhoch stehen. Die Clubs haben stark investieren müssen, vor allem in ihre Infrastruktur", sagte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender vom FC Bayern, auf dpa-Anfrage mit Blick auf die zahlreichen Stadionneubauten. Deshalb könne man nicht pauschal von finanziellen Problemen sprechen. "Ich glaube auf keinen Fall, dass in Deutschland italienische Verhältnisse zu befürchten sind. Im Vergleich zu den europäischen Ligen steht die Bundesliga am besten da", so Rummenigge.

Dies gilt nicht für alle Vereine. Der börsennotierte Club Borussia Dortmund wies allein im letzten Geschäftsbericht Verbindlichkeiten von insgesamt 118,9 Mill. Euro (2003: 73,5 Mio.) aus. Auch die finanzielle Situation beim FC Schalke 04 (110 Mill. Euro Schulden zum 31. Dezember 2004, 17 Mill. Euro operativer Verlust in 2004) sorgte zuletzt für Aufsehen. "Das sind Traditionsvereine mit einem hohen Fan-Potenzial, die für die ganze Bundesliga wichtig sind", meinte Rummenigge, "deshalb hoffe ich, dass diese Vereine ihre Probleme in den Griff bekommen."

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