Didi Senft
"Teufel" mit Sponsor zur elften Tour

Bei seiner elften Tour-Teilnahme hat "Teufel" Didi Senft einen Kostümsponsor gefunden. Mit seinem Riesen-Rad wird der Brandenburger in den Pyrenäen wieder an den steilsten Anstiegen auf die Fahrer warten.

Inzwischen gehört Didi Senft zum Bild der Tour de France wie das Gelbe Trikot. Als Teufel verkleidet schwingt der Brandenburger seinen Dreizack nun seit elf Jahren in den Bergen. Auch ab Mittwoch, wenn es in die Pyrenäen geht. Mit nimmermüdem Eifer treibt Senft die Fahrer vorwärts, nicht immer zu deren reinem Vergnügen. Denn wo der Rotgewandete steht, warten die Anstiege der höchsten Kategorie.

Wie stets ist der Brandenburger mit seinem alten, buntbemalten VW-Bus unterwegs. Im Schlepptau zieht er sein 2,80m hohes riesiges Rad auf einem Anhänger hinter sich her. In Rennes wurde er nachts gegen drei aus dem Schlaf geschreckt: "Ich höre ein Geschrei und stürze aus dem Auto. Auf meinem Rad sitzt eine leicht benebelte Frau und johlt. Sie kam nicht wieder allein herunter."

Vielgefragt während der Fußball-WM

Der 54-Jährige hat hektische Monate hinter sich. Erst eröffnete er zu Hause im brandenburgischen Storkow ein Fahrrad-Museum. Über 30 Modelle hat der Velo-Designer selbst gebaut, darunter das größte (sechs Meter) und das kleinste fahrbare Fahrrad (17cm) der Welt. Natürlich steht er schon längst im Guiness-Buch der Rekorde.

Dann gaben sich während der Fußball-WM die TV-Stationen beim "Teufel" die Klinke in die Hand. Vier aus Südkorea, weil sich das Nationalteam dort "Die Teufel" nennt; eine aus der Ukraine, weil deren Mannschaft in Brandenburg wohnte und man dem heimischen Publikum etwas Lustiges aus der Region zeigen wollte; schließlich noch Briten und Holländer, die bunte Tour-Vorschauen drehen wollten.

Dazu begab sich der "Teufel" während der WM in neue Höllen und überraschte die Fans vor allen Stadien mit dem größten Fußball-Rad der Welt, das er aus 65 Bällen zusammengebastelt hatte. Sein "Stammpublikum"überraschte Senft bei einigen Radrennen in diesem Frühjahr. Zum ersten Mal sprang ein "Teufelchen" an seiner Seite mit über den Asphalt: "Das war mein Enkel Tom, der hatte seine Teufels-Premiere." Besonders spannend fand es der Nachwuchs, wenn er mit Opa im VW-Bus übernachten durfte. Bei der Tour ist Tom aber noch nicht dabei: "Mit sieben Jahren ist er noch zu klein, außerdem nehme ich ihn nur in den Ferien mit", bekräftigt Didi.

Die Kostüme muss der "Alt-Teufel" nicht mehr wie früher selbst nähen. Das hat ein Versandhaus als Sponsor übernommen. Der Kommerz hat selbst um die Hölle keinen Bogen geschlagen.

© SID

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