Die Konkurrenz war stärker
Ewige Zweite verpasst Olympia

Die innerdeutsche Konkurrenz hat dafür gesorgt, dass Barabar Niedernhuber nicht die Chance erhält bei den olympischen Winterspielen in Turin zu starten.

HB KÖNIGSSEEE. "Ich habe verloren", sagte die Oberbayerin nach ihrem Olympia-Aus ausgerechnet beim Weltcup am Wochenende auf ihrer Heimbahn in Königssee. "Nicht weil ich so schlecht bin, sondern weil unsere Mannschaft so brutal stark ist." Unmittelbar nach ihrem vierten Platz wusste die zweimalige Olympia-Zweite und viermalige Vize-Weltmeisterin, was die Uhr geschlagen hatte.

Die Siegerehrung wollte sie sich nach der endgültig verpassten Qualifikation für Turin schon gar nicht mehr ansehen und suchte fernab des Trubels beim Glühwein mit ihren Fans Trost. "Es tut uns sehr leid für Babsi", machte Bundestrainer Thomas Schwab derweil den Journalisten die Entscheidung der deutschen Olympia-Starterinnen offiziell bekannt. "Die Nominierung für die Frauen steht mit Silke Kraushaar, Sylke Otto und Tatjana Hüfner."

Noch vor einem Jahr stand die "ewige Zweite" nach einer fast perfekten Saison mit drei Weltcup-Siegen ganz oben: "Das Glück ist endlich mal auf meine Seite gefallen", bejubelte die Stimmungskanone im deutschen Rodel-Team ihren erstmaligen Sieg im Gesamt-Weltcup. "Das ist endlich der Lohn für die lange Zeit." Als Zugabe gab es noch Silber bei der WM in Park City hinter Olympiasiegerin Sylke Otto.

Doch der erhoffte Rückenwind für die olympische Saison blieb aus: Abgeschlagen auf Rang 17 startete Niedernhuber in Sigulda in den Weltcup-Winter, bei der Generalprobe auf der Olympia-Bahn in Cesana wurde die 31-Jährige nur Siebte. "Das wird brutal knapp für mich. An den anderen komme ich fast nicht mehr vorbei", wusste die Oberbayerin vor allem um die starke Vorstellung von Nachwuchshoffnung Hüfner auf Rang zwei. Als die 22-Jährige dann in Altenberg ihren allerersten Weltcup-Sieg einfuhr, war der Olympia-Zug für Niedernhuber bereits so gut wie abgefahren.

"Ich wünsche den drei deutschen Frauen viel Glück bei Olympia", zeigte sich die Rodlerin trotz aller Enttäuschung als faire Verliererin. An ein Karriereende will Niedernhuber übrigens noch nicht denken: "Die nächste Saison fahre ich schon noch, da gebe ich noch mal Gas." Doch Mitte Februar - beim olympischen Rodel-Rennen der Frauen - will die Oberbayerin auf jeden Fall eine Auszeit von ihrem Sport nehmen: "Da werde ich wohl Skifahren gehen."

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