Die Qual der Wahl
Kleine Bälle, harte Fakten

Moderne Technologie hat aus dem Ur-Ball des Golfspiels, einer mit Federn gefüllten Lederhülle, eine Wissenschaft gemacht. Es gibt weiche und harte Kerne (auch Festkörperkerne genannt) und sogar flüssige.

HB DÜSSELDORF. Man arbeitet mit unterschiedlichen Kunststoffschalen - dem Naturprodukt Balata und synthetischen Materialien wie Surlyn, Ionomer und Urethan. Noch in der Forschungsphase ist der Umgang mit Kohlefaser. Zwar sind Umfang und Gewicht seit den zwanziger Jahren geregelt. Nicht jedoch die Materialien.

Bei der Wahl des passenden Balls handelt es sich um einen klassischen Zielkonflikt: Härtere Bälle fliegen gewöhnlich weiter, lassen sich aber nicht so leicht beherrschen.Weshalb Profis den Festkörperkern-Bällen lange die kalte Schulter gezeigt und lieber auf flüssigen Stoff gesetzt hatten.Tiger Woods mit dem Tour Accuracy von Nike und eine Armada von Titleist-Spielern, die mit dem Pro V1 Erfolge verbuchen konnten, haben diese Ansicht ad acta gelegt. Resultat: Profis, die gegen die Weitenjäger bislang das Nachsehen hatten, konnten tatsächlich mehrere Meter pro Schlag aufholen.

Für Freizeitspieler, die meist eine geringere Schlägerkopfgeschwindigkeit produzieren, gilt dieser Effekt nur bedingt. Benutzt ein Golfer einen Ball, der für seine Verhältnisse zu hart ist, wird der vom Schlägerkopf nicht genug zusammengepresst (s. Grafik oben) und kann deshalb nicht die Energie speichern, die er für einen längeren Flug braucht. Das Ergebnis ist weniger Distanz statt mehr. Es bedarf ständigen Experimentierens, um herauszufinden, welcher Ball mit welcher Mischung am ehesten in Frage kommt. Für viele Spieler eignet sich ein Ball mit weicherem Kern, der sich leichter deformieren lässt und deshalb weiter und gerader fliegt.

Die Ballhersteller benutzen eine Reihe von Fachbegriffen: Neben dem Kern ("core"), der aus unterschiedlichen Gummimischungen besteht, gibt es die Kunststoff-Schale ("cover") mit den eingeprägten Grübchen ("dimples"). Die Kompression, ausgedrückt in Zahlen wie 80, 90 oder 100, betrifft die Eigenschaft des Kerns. Je höher die Zahl, desto härter der Ball und desto weniger Spin.

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