Die Teilnehmer sprechen von grenzenloser Freiheit
Ekelhaft aufregend

Eiseskälte und Monsterwellen: Das 5-Oceans-Race ist das härteste Segelrennen der Welt. Der 30 000 Meilen lange Kurs führt in rund 100 Tagen über alle fünf Ozeane – mit nur zwei Stopps. Eine Herausforderung für Mensch und Material.

Die Biskaya schüttelt sich - rau und widerspenstig gegen die eleganten Segeljachten. "Der Sturm war einer der schlimmsten, den ich je erlebt habe. Eine Welle hat das Boot einfach umgekippt. Plötzlich hing ich in meiner Kabine kopfüber auf dem Navigationstisch", berichtet Sir Robin Knox-Johnson von Bord der "Saga Insurance". Über zehn Meter hohe Wellen verursachten Schäden an Mast und Elektronik. Anderen Schiffen erging es ähnlich, vier Boote mussten zurück in den Hafen, um einen lockeren Mast wieder zu richten oder gerissene Segel zu flicken. Die Regatta-Oberen beim 5-Oceans-Race kannten keine Gnade. Sie verdonnerten die Rückkehrer zu einer 48-stündigen Zwangspause.

Und das war der Auftakt, versteht sich: Als die ruppige Biskaya geschafft ist, kämpft sich die Flotte weiter über den Atlantik gen Süden. Durch die heißen und windlosen Rossbreiten und schließlich durch den berüchtigten Südlichen Ozean.

Was die Männer dort erwartet, bringt sie ans körperliche und seelische Limit: Sturm, haushohe Wellen, miese Sicht, Kälte und ekelhafte Nässe. Zwei, drei Stunden Schlaf pro Tag, aufgeteilt in Zehn-Minuten-Blöcke, gelten schon als Luxus.

Das 5-Oceans-Race, das Ende Oktober gestartet wurde, gilt als eines der härtesten Solorennen um die Welt. Der 30 000 Meilen lange Kurs führt von Bilbao in rund 100 Tagen über alle fünf Ozeane - mit nur zwei Stopps: in Fremantle/Australien und dann in Norfolk/USA.

Nächstes Jahr feiert die halsbrecherische Jagd über die Meere schon ihren 25. Geburtstag. 1982 rief der Amerikaner David White die "BOC Challenge" ins Leben, die später den Namen "Around Alone" trug. 2006 heißt das Ganze nun The 5-Oceans. Hauptgeldgeber ist der Fensterhersteller Velux.

Wer im südlichen Ozean nicht höllisch aufpasst, wird von Bord geschleudert oder donnert gegen einen Eisberg. In dieser endlosen Einöde liefern, wenn überhaupt, Albatrosse die einzige Abwechslung. Die nächste Schwierigkeit ist das nicht minder gefährliche Kap Hoorn. In den Wellen vor der Südspitze des Kontinents haben schon viele Seeleute ihr Leben gelassen. Die Reise entlang der Küste Argentiniens und Brasiliens verspricht dann wieder etwas Entspannung und ist eine Sache der Taktik.

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