Die Tour-Splitter am 13. Juni
Von Volksfesten und Auslaufmodellen

Erstmals seit zwei Jahren fuhr dabei wieder ein Franzose im Gelben Trikot des Gesamtführenden – die Tour-Splitter vom 13. Juli.

Renaissance: Einen Landsmann im Gelben Trikot durften die französischen Tour-Fans am Donnerstag erstmals seit zwei Jahren wieder erleben. Vor dem seit Mittwoch im Gesamtklassement führenden Ag2r-Profi Cyril Dessel war zuletzt 2004 Thomas Voeckler zehn Tage in Gelb gefahren. Seit 1997 haben neun Franzosen die begehrte Trophäe für einige Tage erobern können. Letzter Tour-Sieger der Grande Nation war 1985 Bernard Hinault.

Zweispurig: Wie zuletzt Frankreichs Berg-König Richard Virenque 2003 präsentierte sich Cyril Dessel nach seiner Fahrt ins Gelbe Trikot. Der 31-Jährige zeigte sich in einem zweigeteilten Jersey den Fans, weil er neben dem gelben auch das rot-gepunktete Hemd als Spitzenreiter in der Bergwertung erobert hatte. Eine doppelte Genugtuung für den schwerhörigen Franzosen, der im vergangenen Jahr zehn Tage vor dem Prolog wegen einer Blinddarmentzündung auf den Tour-Start verzichten musste. 2004 war er im Phonak-Team 48 Stunden vor dem Tour-Start kurzfristig ausgebootet worden.

Blitzkur: Gut erholt zeigte sich David De La Fuente beim Aufstieg in die Pyrenäen. Der Spanier hatte wie auch der Belgier Gert Steegmans am Vorabend noch über Darmprobleme geklagt, am Donnerstag jagte er in einem Fluchtquartett mit dem Freiburger Fabian Wegmann an der Spitze des Feldes über die Berge.

Volksfest: Auf über 150 000 Radsportfans im Finale der 11. Tour-Etappe hatten sich die Veranstalter im spanischen Zielort Pla-de-Beret am Donnerstag generalstabsmäßig vorbereitet. In 15 großen LKW wurden Absperrungen hinauf zur erstmals von der Tour besuchten Skistation gebracht, um die Fahrer auf den letzten drei Kilometern von den Zuschauern abzuschirmen. Insgesamt 80 heimische Feuerwehrleute waren beim ersten Katalonien-Gastspiel der Tour seit 1974 im Einsatz.

Treue: Der dreimalige Straßen-Weltmeister Oscar Freire bleibt seinem niederländischen Rennstall Rabobank verbunden. Der Spanier bestätigte am Rande der Tour, dass er auch in den kommenden zwei Jahren für die Mannschaft von Grischa Niermann aus Hannover fahren will. Dem 30-Jährigen, der in diesem Jahr schon zwei Tour-Etappen gewann, lag auch ein lukratives Angebot des spanischen Rennstalls Saunier Duval vor.

Auslaufmodell: Vor dem Aufstieg zu den Pyrenäengipfeln hat der Schweizer Phonak-Rennstall den Vertrag mit Axel Merckx bis zum Saisonende 2007 verlängert. Der Sohn des fünfmaligen Tour-Siegers Eddy Merckx war erst zu Saisonbeginn bei Phonak Teamkollege des Wittenbergers Bert Grabsch geworden. Der 33-jährige Belgier will seine Karriere nach 15 Profijahren im kommenden Jahres beenden.

Eispalast: Mehr Abkühlung als nötig gönnten die Veranstalter beim Pyrenäen-Finale am Donnerstag den Medienvertretern. Während die Fahrer bei Temperaturen um 30 Grad schwitzten, holten sich die Journalisten im Pressezentrum kalte Füße. Die Arbeitstische standen in der Eishalle von Viehla direkt auf dem nur durch dünnen Stoff verdeckten Eis.

© SID

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