Die Tour-Splitter vom 18. Juli
Von Blackouts und Spielausfällen

Seriensieger Lance Armstrong wurde nach seiner Attacke gegen die französischen Fußballer nicht besonders herzlich empfangen - die Tour-Splitter vom 18. Juli.

Retourkutsche: Dem siebenmaligen Tour-Sieger Lance Armstrong ist bei seiner Rückkehr nach Frankreich alles andere als ein herzlicher Empfang bereitet worden. Das hat sich der Texaner nach negativen Äußerungen über Frankreichs Fußball-Nationalelf allerdings selbst zuzuschreiben. "Willkommen Arschloch" titelte die französische Tageszeit France Soir mit Riesenlettern auf Seite 1 unter einem Armstrong-Foto. Armstrong hatte vor einigen Tagen im US-Fernsehen über Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft gelästert: "Die französischen Fußballer wurden doch alle positiv getestet - als Arschlöcher".

Money: Bereits 35 740 Euro hat sich der T-Mobile-Express um Andreas Klöden vor den letzten Tour-Etappen gesichert. Mit diesem Betrag belegt der Bonner Rennstall in der Geldrangliste aller 20 Mannschaften den dritten Rang hinter dem belgischen Lotto-Team (49 060) und der holländischen Rabobank-Mannschaft (38 970). Auf Rang sechs wird das Team Gerolsteiner geführt, 17. ist Erik Zabels Milram-Crew (18 860).

Heimspiel: Milram-Kapitän Erik Zabel durfte sich in den Alpen auf Besuch aus der Heimat freuen. Der gebürtige Ost-Berliner feierte beim Ruhetag in Gap Wiedersehen mit seinen Eltern, die allerdings noch am gleichen Nachmittag zum Etappenziel nach L´Alpe d´Huez weiterreisten.

Nachwuchs: Pünktlich zum Start der 15. Etappe am Dienstag in Gap war Oscar Freire von einer Stippvisite aus seiner Schweizer Wahlheimat zurückgekehrt. Der dreimalige Weltmeister war per Privatjet nach Lugano gereist, wo seine Frau am Sonntag den gemeinsamen Sohn Marco zur Welt gebracht hatte. Bei der Tour hatte der in den ersten zehn Tagen zwei Etappen für das Rabobank-Team gewinnen können.

Funkstille: Der wegen Dopingverdacht vom dänischen CSC-Team einen Tag vor dem Tour-Start suspendierte Giro-Sieger Ivan Basso steht möglicherweise vor einem Wechsel zu Lance Armstrongs früherem Discovery-Rennstall. Nach Informationen der italienischen Sportzeitung Gazzetto Dello Sport ist das einst freundschaftliche Verhältnis zu CSC-Teamchef Bjarne Riis zerrüttet, zwischen beiden herrscht demnach "Funkstille". Riis weist allerdings die Meldungen um Discovery als "bei der Tour übliche Gerüchte" zurück.

Feiertag: Auch ohne den suspendierten Tour-Star Jan Ullrich halten viele deutsche Radsportfans der Frankreich-Rundfahrt die Treue. Am Aufstieg nach L´Alpe d´Huez dominierten am Mittwoch die schwarz-rot-golden-Flaggen zahlreicher Urlauber am Straßenrand. Die Fahnen dürften auch als Relikte der kürzlich beendeten Fußball-WM in Deutschland übriggeblieben sein.

Blackout: Völlige Erschöpfung war der Grund für den Tour-Ausstieg von Milram-Profi Mirko Celestino am Sonntag auf dem Weg nach Gap. Nach Angaben der Teamleitung machten sich die Folgen eines schweren Sturzes während des Frühjahr-Rennens Paris-Nizza bei dem Teamkollegen von Erik Zabel bemerkbar. Der Italiener will sich nun auf die Halbklassiker im Herbst in seiner Heimat sowie die WM in Salzburg konzentrieren.

Spielausfall: Aus logistischen Gründen fiel das am zweiten Tour-Ruhetag schon traditionelle Fußballspiel zwischen dem Begleitpersonal vom Team Gerolsteiner und dem T-Mobile-Rennstall in diesem Jahr aus. Beide Mannschaften wohnten 20km voneinander weg, der Aufwand für das Match wäre zu groß geworden.

Zwangspause: Für den am Sonntag bei der Tour schwer gestürzten Belgier Rik Verbrugghe ist die Saison erwartungsgemäß zu Ende. Dem Cofidis-Profis wurde von den Ärzten eine sechsmonatige Pause verordnet, nachdem er wegen eines Oberschenkelhalsbruchs operiert werden musste.

Abkassiert: Das Tour-Gastspiel beim Ruhetag am Dienstag und dem Start zur 15. Etappe am Mittwoch haben die Gastronomen in der Region des Departements Isere zu "Zahltagen" gemacht. Die Preise für die Übernachtungen in der Hotels zwischen Bourg-d´Oisans und dem Col de Lautaret schnellten von Montag bis Donnerstag um 30 Prozent in die Höhe.

Werbung: Die Tour zu Gast und die Olympischen Winterspiele 2018 im Visier: Die Olympiabewerber in den Südalpen um Gap nutzen die "Große Schleife" als Bühne bei ihren Bemühungen, die Spiele in zwölf Jahren nach Frankreich zu holen. Insgesamt 3 000 Personen bildeten vor den TV-Kameras am Tour-Ruhetag die Zahl 2018.

© SID

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