Die Tour-Splitter vom 21. Juli
Abschied von Watterott

Warum Floyd Landis der heißeste Kandidat auf den Sieg im Zeitfahren und der Tour ist - die Tour-Splitter vom 21. Juli.

Flexibel: Jan Ullrichs Fanklub aus dessen alter Wahlheimat Merdingen hat die Tour auch in diesem Jahr trotz Abwesenheit seines Idols wieder mit mehreren Wohnmobilen begleitet. Die Radsportfans blieben dem T-Mobile-Team treu und unterstützen nun Ullrichs "Kronprinz" Andreas Klöden. Auf Ullrich-Einsätze werden seine Anhänger auch nach der Tour verzichten müssen. Der in Dopingverdacht geratene Tour-Sieger von 1997 sagte am Freitag alle geplanten Starts bei den traditionellen Kriteriumsrennen im Anschluss an die Frankreich-Rundfahrt ab. Von seinem Rennstall erhielt er die Kündigung.

Theorie: Von der Papierform her ist Phonak-Kapitän Floyd Landis auf dem besten Weg zum Tour-Triumph. Im direkten Vergleich bei den vergangenen beiden langen Tour-Zeitfahren gegen seine derzeitigen Konkurrenten liegt der US-Profi vorn. In St. Etienne lag Landis im vergangenen Jahr vier Sekunden vor Cadel Evans, 1:08 Minuten vor Carlos Sastre und 1:32 vor Oscar Pereiro. Vor zehn Tagen in Rennes war Landis 42 Sekunden schneller als Andreas Klöden und 48 als Evans. Sastre (1:10) und Pereiro (1:40) lagen noch dahinter.

Schonzeit: Für Michael Rasmussen ist die Tour so gut wie gelaufen. Der Däne muss nur noch unbeschadet Paris erreichen, um sich auf den Champs-Elysees zum zweiten Mal in Folge als Berg-König krönen zu lassen. Das gepunktete Trikot des besten Bergfahrers ist dem Rabobank-Profi rein rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Rasmussen hat in der Bergwertung 32 Zähler Vorsprung auf Phonak-Kapitän Floyd Landis, nur 23 Punkte wurden noch auf den letzten drei Etappe vergeben.

Comeback: Alte Liebe rostet nicht. Der frühere Telekom-Macher Walter Godefroot hat eine Rückkehr ins Rennstall-Management im Visier. Der 63-jährige Belgier will künftig als Berater der Direktion des spanischen Astana-Rennstalls tätig sein und entspricht damit einer Anfrage seines früheren Schützlings Alexander Winokurow. Der ehemalige T-Mobile-Profi hatte nach dem Rückzug des Sponsors Liberty Seguros wegen Dopinganschuldigungen neue Geldgeber bei Konzernen in seiner Heimat rund um die Hauptstadt Astana besorgt und will das Team im kommenden Jahr als Manager führen.

Rätsel: Im Rahmen der Ermittlungen der spanischen Dopingfahnder sind 19 neue Codenamen entdeckt worden. Noch ist allerdings unklar, wem die Namen zuzuordnen sind. Erneut vor Gericht gehört wurden am Donnerstag die als Dopingärzte verdächtigten Mediziner Dr. Eufemiano Fuentes und Jose Luis Merino, zu dessen "Kunden" angeblich auch der von der Tour ausgeschlossene T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich gehört haben soll.

Einsicht: Der frühere Paris-Roubaix-Sieger Magnus Backstedt ist im Nachhinein froh über seinen Ausstieg bei der Tour vor Wochenfrist. Der Schwede hat sich von einer Erkältung erholt und will sich nun auf die Spanien-Rundfahrt im August konzentrieren. "Ich haben die Hälfte der Frühjahrs-Saison wegen Verletzungen verpasst und wollte nicht auch noch den Rest des Jahres gefährden", sagt der Liquigas-Fahrer.

Aufschwung: Auch ohne den in Dopingverdacht geratenen T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich ist die Tour de France dank der Bergetappen in der Gunst der deutschen TV-Zuschauer wieder gestiegen. Rund vier Mill. Zuschauer sahen die 16. Etappe von Bourg d´Oisans nach La Toussuire, was einem Marktanteil von 20,4 Prozent entspricht. Bis zur "Halbzeit" waren durchschnittlich 1,49 Mill. Zuschauer (13,8 Prozent) Zuschauer registriert worden, fast die Hälfte der TV-Konsumenten des Vorjahres.

Abschied: Alle Mannschaftsleiter der Tour de France versammelten sich beim Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc und verabschiedeten ihn mit einem Geschenk. Nach 18 Jahren als Tourdirektor geht er in den Ruhestand. Leblanc ist bisher der einzige Tourteilnehmer, der die "Große Schleife" sowohl als Profi, als Journalist der Zeitung L´Equipe und schließlich als Tourdirektor erlebte.

Schlusspunkt: Für ARD-Kommentator Herbert Watterott geht am Sonntag auf den Champs-Elysees in Paris eine Ära zu Ende. Der Radsport-Experte begleitet die Tour zum 41. und auch letztem Mal für seinen Haussender. Watterott feiert im September seinen 65. Geburtstag und geht in den Ruhestand.

© SID

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